Sichere Versorgung

Magazin: RWE will Stromnetz in Europa-Gesellschaft überführen

RWE-Chef Jürgen Großmann will einem Medienbericht zufolge das Stromnetz des Konzerns in eine europäische Netzgesellschaft einbringen. Er plane, dass Stromfirmen aus Frankreich, Deutschland oder den Benelux-Staaten ihre Netze an eine gemeinsame europäische Gesellschaft abgeben, berichtet "Der Spiegel".

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg/Essen (ddp-nrw/sm) - Das neue Unternehmen solle eine sichere Stromversorgung in der EU gewährleisten und dafür sorgen, dass alle Marktteilnehmer Zugang zu den wichtigen Leitungen erhielten. Eine RWE-Sprecherin sagte der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires: "Wir wollen unsere Netze behalten und das integrierte Modell fortführen". RWE habe sich stets für die Verstärkung der Zusammenarbeit im europäischen Netzbereich ausgesprochen.

Dem Magazin zufolge hängen Großmanns Aktivitäten damit zusammen, dass Konkurrent E.ON seine Stromnetze verkaufen will, um einer Kartellstrafe in Millionenhöhe zu entgehen. RWE habe jetzt Angst, dass es auch Kartellverfahren gegen den eigenen Konzern geben könnte. Mit der Gründung einer EU-Netzgesellschaft könnte RWE dem Bericht zufolge einem möglichen Zwangsverkauf zuvorkommen und an dem Gemeinschaftsunternehmen große Anteile, vielleicht sogar die Mehrheit übernehmen.