Anstieg?

Magazin: E.ON Hanse plant massive Gaspreiserhöhung

Trotz heftiger öffentlicher Proste plant der Regionalversorger E.ON Hanse einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" zufolge eine weitere deutliche Erhöhung der Gaspreise. Die Zeitschrift beruft sich dabei auf firmeninterne Unterlagen. Das Unternehmen wies die Meldung allerdings zurück.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Für die etwa 500 000 Privatkunden in und um Hamburg soll laut "Spiegel" der Preis im kommenden Jahr in zwei Schritten um 0,9 Cent pro Kilowattstunde angehoben werden. Das entspreche einer Steigerung von knapp 20 Prozent.

Eine Sprecherin von E.ON Hanse wies den Bericht am Samstag auf Anfrage zurück. Es sei noch keine Entscheidung über eine Preiserhöhung gefallen. Allerdings werde ein solcher Schritt wegen der gestiegenen Gas-Bezugskosten für Januar erwogen. Eine Preiserhöhung werde aber "deutlich unter 20 Prozent" ausfallen.

Besitzer von Einfamilienhäusern mit einem Verbrauch von etwa 34 000 Kilowattstunden müssen sich nach Berechnungen des Magazins auf Bruttomehrkosten von rund 350 Euro pro Jahr einstellen. Für Normalabnehmer mit einem Verbrauch von 20 000 Kilowattstunden wären es immer noch über 200 Euro mehr, die sie an die wegen seiner Abrechnungspraxis umstrittene E.ON-Tochtergesellschaft überweisen müssten.

Angeblich erwägt E.ON Hanse, die für Januar und April geplanten Erhöhungen zusammenzufassen und den Preis bereits zum 1. Januar 2006 um volle 20 Prozent anzuheben. Darüber sei noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Das Magazin zitiert Mitarbeiter des Unternehmens mit der Einschätzung, E.ON wolle zunächst den Ausgang des schwebenden Verfahrens vor dem Landgericht Hamburg abwarten. Die E.ON-Sprecherin sagte dagegen, einen Zusammenhang mit dem Ausgang des Gerichtsverfahrens gebe es nicht, da dort keine kurzfristige Entscheidung zu erwarten sei.

Das Gericht verhandelt über eine Sammelklage von 52 Gaskunden. E.ON Hanse hat seit dem vergangenen Herbst die Gaspreise dreimal um insgesamt 25 Prozent erhöht. Vor dem Landgericht hatten aufgebrachte Kunden bereits gegen die letzte Preiserhöhung des Versorgungsunternehmens geklagt und einen Teilerfolg errungen. Das Gericht hatte E.ON aufgefordert, seine Preiskalkulation bis Mitte November offen zu legen. E.ON-Chef Wulf Bernotat hatte daraufhin angekündigt, dass der Konzern künftig allen Haushaltskunden eine genaue Aufschlüsselung ihrer Rechnungen anbieten werde.