Geburtenstatistik

"Mädchenlücke" um Gorleben: DUH will Aufklärung

Die Deutsche Umwelthilfe hat alarmiert auf Statistiken hingewiesen, wonach in Regionen und Zeiten erhöhter künstlicher Radioaktivität weniger Mädchen geboren werden. Die Hinweise sind an sich nichts Neues, scheinen sich aber zu verdichten. Angesichts der Unregelmäßigkeiten verlangt die DUH nun eine systematische Untersuchung.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Solche Auffälligkeiten habe es etwa nach Atomwaffentests, nach der Katastrophe von Tschernobyl und auch in der Region um das Zwischenlager Gorleben gegeben, erklärte die Organisation am Freitag in Berlin.

Weniger Mädchengeburten um Gorleben

"Die Häufigkeit der verstörenden Befunde deutet auf grundlegende Probleme bei der geltenden Bewertung radioaktiver Niedrigstrahlung hin", sagte der DUH-Leiter Politik und Presse, Gerd Rosenkranz. Angesichts der Unregelmäßigkeiten in den Geburtenstatistiken verlangt die DUH von der Bundesregierung nun "einen systematischen Versuch der wissenschaftlichen Aufklärung". Das sei man den Menschen in den betroffenen Regionen schuldig.

Zuletzt hätten Wissenschaftler in einem Radius von 40 Kilometern um Gorleben ein "Mädchendefizit" ermittelt - und zwar genau seit 1995, als die ersten Castor-Behälter mit hochradioaktiven Abfällen in die Region gerollt seien. Von 1996 bis 2010 seien dort fast tausend Mädchen weniger zur Welt gekommen, als nach den Statistiken der Vorjahre zu erwarten gewesen wären.