szmtag
27.04.2012, 15:07 Uhr

Strom-News

Geburtenstatistik

"Mädchenlücke" um Gorleben: DUH will Aufklärung

Die Deutsche Umwelthilfe hat alarmiert auf Statistiken hingewiesen, wonach in Regionen und Zeiten erhöhter künstlicher Radioaktivität weniger Mädchen geboren werden. Die Hinweise sind an sich nichts Neues, scheinen sich aber zu verdichten. Angesichts der Unregelmäßigkeiten verlangt die DUH nun eine systematische Untersuchung.

Berlin (dapd/red) - Solche Auffälligkeiten habe es etwa nach Atomwaffentests, nach der Katastrophe von Tschernobyl und auch in der Region um das Zwischenlager Gorleben gegeben, erklärte die Organisation am Freitag in Berlin.

Atomenergie

Weniger Mädchengeburten um Gorleben

"Die Häufigkeit der verstörenden Befunde deutet auf grundlegende Probleme bei der geltenden Bewertung radioaktiver Niedrigstrahlung hin", sagte der DUH-Leiter Politik und Presse, Gerd Rosenkranz. Angesichts der Unregelmäßigkeiten in den Geburtenstatistiken verlangt die DUH von der Bundesregierung nun "einen systematischen Versuch der wissenschaftlichen Aufklärung". Das sei man den Menschen in den betroffenen Regionen schuldig.

Zuletzt hätten Wissenschaftler in einem Radius von 40 Kilometern um Gorleben ein "Mädchendefizit" ermittelt - und zwar genau seit 1995, als die ersten Castor-Behälter mit hochradioaktiven Abfällen in die Region gerollt seien. Von 1996 bis 2010 seien dort fast tausend Mädchen weniger zur Welt gekommen, als nach den Statistiken der Vorjahre zu erwarten gewesen wären.

© 2001-2013 strom-magazin.de

Diesen Artikel empfehlen

Der Newsletter von Strom-Magazin.de

Ähnliche Nachrichten zur News "

"Mädchenlücke" um Gorleben: DUH will Aufklärung

"
  • AKW soll stehen bleiben, bis die Strahlung abklingt
    Atomausstieg Mit dem Abschalten eines Atomkraftwerkes sind nicht alle Probleme gelöst, denn auch der Rückbau verursacht erhebliche Kosten. Derzeit werden in Deutschland zwei verschiedene Strategien gefahren. Der Eigentümer des AKW Lubmin hat einem Bericht zufolge eine alternative Idee, die vor allem Geld sparen soll - doch Umweltschützer sind alarmiert.
  • Erhöhte Radioaktivität in Lehmhäusern festgestellt
    Kernkraft;Atomkraft;Atom;Atomzeichen;Kernkraftzeichen Bauen mit Lehm steht für Natürlichkeit und ökologisches Denken. Doch neue Forschungsergebnisse zeigen, dass auch hier nicht alles eitel Sonnenschein ist. Das Institut für Strahlenschutz des Helmholtz Zentrums München hat festgestellt, dass der vermeintlich unbedenkliche Baustoff oft erhöhte Werte an Radioaktivität aufweist.
  • Bund erforscht Gorleben nicht weiter als Atom-Endlager
    Atommüll Die Bundesregierung will die Erkundung des Salzstocks in Gorleben als mögliches atomares Endlager noch in diesem Jahr einstellen. Eine Sprecherin von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung".
  • Gorleben: Merkel unter Beschuss von Links
    Atommüll Bundestagsabgeordnete der Linkspartei erheben schwerwiegende Vorwürfe gegen die ehemalige Bundesumweltministerin und heutige Kanzlerin, Angela Merkel. Bei der Suche nach einem geeigneten Atommüll-Endlager in den 90er Jahren soll sie Gorleben fälschlicherweise, aber vorsätzlich als geeignet klassifiziert haben.
  • Krebs durch Atommüll-Strahlung nicht nachgewiesen
    Atommüll Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat das sogenannte Gesundheitsmonitoring für Mitarbeiter des Atommülllagers Asse abgeschlossen. Bei ehemaligen und den derzeit Beschäftigten im Atommülllager könnten keine Krebserkrankungen infolge von radioaktiver Strahlung bei der Arbeit nachgewiesen werden, teilte die Behörde am Dienstag mit.
Strompreise
Strom-Infos
Strom kündigen
Ratgeber und Infos
?>