"Brotpreise des 21. Jahrhunderts"

Maas: Stromanbieter müssen Sozialtarife einführen

Angesichts steigender Energiepreise fordert der saarländische SPD-Chef Heiko Maas von den Stromanbietern die Einführung eines Sozialtarifs. "Keiner würde verstehen, dass die Strompreise durch die Decke schießen und die Konzerne gleichzeitig Rekordgewinne verbuchen", sagte Maas im ddp-Interview.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Saarbrücken (ddp-rps/sm) - Zugleich sprach er sich für eine "rigide staatliche Preiskontrolle bei Strom, Gas und Sprit" aus. Gerade Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen müssten bei den Energiekosten entlastet werden. Die Energiepreise seien "die Brotpreise des 21. Jahrhunderts", unterstrich Maas. "Deshalb ist für einkommensschwache Haushalte ein Sozialtarif zwingend notwendig", betonte der SPD-Politiker.

Zudem müsse beim Wohnungsbau mehr Wert auf Energieeffizienz gelegt werden. Dazu sollten breit angelegte staatliche Förderprogramme für energiesparendes Bauen und die Nutzung regenerativer Energiequellen aufgelegt werden. "Gerade im öffentlichen und sozialen Wohnungsbau gibt es großen Nachholbedarf", betonte Maas.

Mit Blick auf den Zukunftskonvent seiner Partei am kommenden Samstag in Nürnberg, bei dem es auch um ökologische Industriepolitik gehen soll, sprach sich Maas grundsätzlich für eine Abschaffung der automatischen Koppelung des Gaspreises an den Ölpreis aus. "Diese unsinnige Koppelung sollte in früheren Zeiten das Gas attraktiv machen", heute verhindere sie den Wettbewerb auf dem Gasmarkt, kritisierte Maas.