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Luxemburg will für Schließung des AKW Cattenom zahlen

Das Atomkraftwerk im französischen Cattenom liegt nahe an der Grenze zu Deutschland und Luxemburg. Schon lange fordern die angrenzenden Länder die Abschaltung des Kraftwerks, in dem es schon Hundert Störfälle gab. Luxemburg bietet sogar Geld für die Schließung.

Laufzeitverlängerung© Gabriele Rohde / Fotolia.com

Luxemburg - Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel hat Frankreich Geld für die Abschaltung des grenznahen Atomkraftwerks Cattenom angeboten. Ein möglicher Betrag sei bei einem Treffen Bettels mit dem französischen Premierminister Manuel Valls am Montag in Luxemburg nicht genannt worden, sagte ein Sprecher Bettels am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Er bestätigte damit einen Bericht der Zeitung "Luxemburger Wort".

Erste Reaktor in AKW Cattenom ging 1986 in Betrieb

Das Kernkraftwerk liegt nahe der Mosel in Lothringen unweit der deutschen und der luxemburgischen Grenzen. Es umfasst vier Druckwasserreaktoren von je 1.300 Megawatt, von denen der erste 1986 in Dienst trat. Das Kraftwerk trägt 8 Prozent zur Stromerzeugung des Energiekonzerns EdF in Frankreich bei.

Luxemburg bekräftigt Ernsthaftigkeit der Forderung

"Wenn in Cattenom etwas Schreckliches passieren würde, wäre Luxemburg von der Landkarte gelöscht", sagte Bettel dem Sprecher zufolge. Der Premier habe deutlich gemacht, dass Luxemburg es mit der Forderung nach einer Abschaltung ernst meine, aber auch Hilfe anbiete.

Premierminister Valls schließt Abschaltung derzeit aus

Luxemburg sei bereit, sich finanziell am Umbau des Industriestandorts Cattenom zu beteiligen. Es gelte, Arbeitsplätze in der Region zu erhalten, sagte der Sprecher. Valls habe geantwortet: "Botschaft angekommen." Allerdings habe Valls ein Abschalten der Reaktoren derzeit ausgeschlossen. Luxemburg, das Saarland und Rheinland-Pfalz fordern seit langem die Stilllegung des Kraftwerks, in dem es schon Hunderte Störfälle gab.

Quelle: DPA