Höhere Preise drohen

Lukoil will wieder zugesagte Ölmenge nach Deutschland liefern

Der russische Öllieferant hatte seine Lieferungen nach Deutschland zuletzt um ein Drittel gekürzt. Jetzt will der Konzern wieder die volle Menge liefern, aber offenbar auch mehr Geld dafür haben. Hintergrund dürften unter anderem die gestiegenen Durchleitungskosten in Weißrussland sein.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Moskau (red) - Am Freitag vergangener Woche war bekannt geworden, dass der zweitgrößte russische Ölproduzent im Monat Juli rund ein Drittel weniger Öl als vertraglich vereinbart nach Deutschland hat fließen lassen. Nun vermeldete die russische Nachrichtenagentur Interfax, dass das Öl wieder in vollem Umfang fließen soll. Die Agentur berief sich dabei auf Angaben aus dem Unternehmen.

Die Entscheidung ist nicht unwichtig für Deutschland, denn Lukoil deckt etwa ein Fünftel des hiesigen Erdölbedarfs über die Druschba-Pipeline. Auch andere russische Öllieferanten sollen Medienberichten zufolge die Liefermengen in den vergangenen Tagen gedrosselt haben. Nähere Informationen über die Gründe und den Umfang wurden nicht mitgeteilt.

Lukoil soll "kommerzielle Gründe" für die gekürzten Lieferungen angegeben haben. Es ist bekannt, dass Lukoil Interesse an westeuropäischen Raffinerien hat; das Unternehmen hatte schon mehrfach versucht, Raffinerien in Westeuropa zu übernehmen. Doch so lange Lukoil im Westen nicht mitverdient, lohnen sich die Öllieferungen für das Unternehmen in deutlich geringerem Maße - zumal Weißrussland seine Durchleitungsgebühren für Öllieferungen erst kürzlich um mehr als 30 Prozent erhöht hatte. Nun wolle Lukoil mit Ölabnehmern in Deutschland, Polen, Tschechien und der Slowakei über höhere Preise verhandeln, berichtete Interfax.