12 Windparks

Lubmin wird Einspeisepunkt für Meeres-Windparks

Der Energiekonzern Vattenfall will am Industriestandort Lubmin einen Einspeisepunkt für geplante Windparks in der südlichen Ostsee errichten. Entsprechende Vorplanungen seien aufgenommen worden, sagte Meike Wulfers von Vattenfall Europe Transmission.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Lubmin (ddp/sm) - Mit den Entwicklern künftiger Windparks werde derzeit abgestimmt, in welchem Umfang der auf See gewonnene Strom an Land eingespeist werde. Vattenfall geht derzeit davon aus, dass in Lubmin Seekabel von mindestens vier Offshore-Windkraft-Projekten mit einer Gesamtleistung von mehr als 1300 Megawatt angeschlossen werden. Insgesamt rechne man gegenwärtig mit zwölf Windparks an zehn Standorten vor der deutschen Ostseeküste, sagte Wulfers. Im Endausbau sei allerdings mit einer noch deutlich höheren Gesamtleistung zu rechnen.

Vattenfall hatte bereits 1994 die ehemalige Schaltanlage des stillgelegten Kernkraftwerks Lubmin übernommen. Der 220-Kilovolt-Komplex soll im kommenden Jahr außer Betrieb gehen. Ersetzt wird er durch eine moderne Hochspannungsanlage, die auch die Stromproduktion der geplanten Steinkohle- und Gaskraftwerke aufnehmen soll.

Zugleich plant Vattenfall den Ausbau des Stromnetzes an Land, um die auf der Ostsee erzeugte Energie gleichmäßig im Bundesgebiet zu verteilen. Laut einer Studie müssten in den nächsten sieben Jahren 850 Trassenkilometer neu gebaut werden, um den Windstrom in die Ballungsgebiete zu transportieren, sagte Wulfers. Fast die Hälfte davon, etwa 400 Kilometer, entfielen auf die Regelzone von Vattenfall. Schwerpunkt seien die Projekte "Windsammelschiene" in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, "Uckermarkleitung" in Brandenburg sowie die "Thüringer Strombrücke" von Sachsen-Anhalt durch Thüringen nach Bayern.

In Lubmin plant der dänische Konzern Dong Energy die Errichtung eines 1600-Megawatt-Kraftwerks auf der Basis von Steinkohle, die mit Küstenmotorschiffen angelandet werden soll. Die Kosten für das in der Region umstrittene Projekt belaufen sich auf rund zwei Milliarden Euro. Darüber hinaus sind in Lubmin zwei Gas- und Dampfturbinenkraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 2500 Megawatt vorgesehen.