Kritik an Kohlekraftwerk

Lubmin: SPD-Politiker rät zur Teilnahme an Unterschriftenaktion

Der umweltpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion in Mecklenburg-Vorpommern, Gottfried Timm, hat seine Partei zur Teilnahme an der am Dienstag gestarteten Volksinitiative gegen das umstrittene Steinkohlekraftwerk in Lubmin aufgefordert.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Bergen (ddp-nrd/sm) - Timm finde es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen an der Unterschriftenaktion beteiligen, sagte der frühere Innenminister Mecklenburg-Vorpommerns am Freitagabend auf einer Mitgliederversammlung der Rügen-SPD in Bergen. Nur wenn die erforderlichen 15.000 Unterschriften zusammenkämen, gebe es eine Landtagsdebatte über das Projekt.

Zugleich kritisierte Timm, dass sich Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) zu wenig für die im Herbst von der SPD geforderte Halbierung der Kraftwerkskapazität einsetze. Wörtlich sagte er: "Wir haben das Dilemma, dass der höchste SPD-Regierungsvertreter nicht so recht den Beschluss mitträgt." Hinter den Kulissen werde darüber derzeit in der SPD eine sehr scharfe Diskussion geführt.

Timm äußerte sich skeptisch dazu, dass der dänische Konzern Dong Energy die Kapazität des geplanten 1600-Megawatt-Kraftwerks freiwillig reduzieren oder gänzlich auf das Projekt verzichten werde. Wenn der Investor nicht baue, dann nur, weil er erkannt habe, dass sich ein Kraftwerk mit einem derart niedrigen Wirkungsgrad in Deutschland auf Dauer nicht rechne, sagte er.

Erneut warnte er vor dem möglichen Verlust von Arbeitsplätzen im Tourismusbereich, wenn ein derart großes Kraftwerk errichtet und mit seiner Abwärme den Greifswalder Bodden aufheizen werde. Schon jetzt verweigere die Sparkasse Rügen Investoren im Südosten Rügens Kredite, weil dort mit Einbußen im Gastgewerbe zu rechnen sei.