WWF-Studie

Lubmin: Schadstoffbelastung höher als angenommen

Und schon wieder eine Studie zum geplanten Steinkohlekraftwerk in Lubmin: Die Umweltstiftung WWF hat ihre Warnung vor dem Kraftwerk mit einem eigenen Gutachten untermauert. Demzufolge werde durch das Kraftwerk deutlich mehr Schadstoffe ausgestoßen, als vom dänischen Investor DONG angegeben.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Schwerin (ddp-nrd/sm) - In der Folge der zu erwartenden Emission sei der Status Lubmins als Kurort gefährdet, sagte Christian Tebert vom Institut für Ökologie und Politik, das die Studie erstellte. Nach Angaben von Tebert sind die Berechnungen des dänischen Energiekonzerns zum Schadstoffausstoß "grundsätzlich falsch". Allein die Quecksilber-Einträge Deutschlands in die Ostsee würden mit dem Bau der Anlage um das 17-fache auf etwa 550 Kilogramm pro Jahr zunehmen. Zudem sei mit einer Verdopplung der Dioxineinträge zu rechnen.

Zugleich warf Tebert dem Konzern vor, anders als in den Planungen angegeben, nicht die "bestmögliche Technik" zur Verringerung der Umweltbelastung zu verwenden. Dem Gutachten zufolge belastet das Kraftwerk im schlimmsten Fall die Umwelt mit jährlich jeweils 7500 Tonnen Stickstoffdioxid und Schwefel. Hinzu kämen mehrere Tonnen giftiger Schwermetalle.

Das Kohlekraftwerk stelle eine Gefahr für Mensch und Natur dar, sagte WWF-Ostsee-Expertin Cathrin Münster. Mit dem Bau "dieser Giftschleuder" würde Deutschland mehrere internationale Umweltabkommen verletzen. Zudem seien die Klimaschutzziele der Bundesregierung akut gefährdet. Das Kohlekraftwerk sei daher nicht genehmigungsfähig.

Das Gutachten ist Teil des Genehmigungsverfahrens zum Bau des Kraftwerks. Sollte am Dienstag durch die Behörden ein erster positiver Vorbescheid erteilt werden, kündigte der WWF die Prüfung rechtlicher Schritte an. Nach Angaben der Umweltstiftung sollen in dem Kraftwerk ab Oktober 2012 täglich 13.200 Tonnen Steinkohle und 8000 Tonnen Heizöl verfeuert werden.