Kraftwerksbau

Lubmin: Kraftwerk ohne negative Auswirkungen

Der geplante Betrieb von drei Gas- und Steinkohlekraftwerken bei Lubmin am Greifswalder Bodden hat laut einer Studie von Meeresexperten keine negativen ökologischen Auswirkungen auf das gesamte Flachgewässer. Damit werde jedoch keine "Genehmigungsentscheidung vorweggenommen".

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Schwerin (ddp-nrd/sm) - Beeinträchtigungen durch die Kühlwassernutzung würden sich auf rund 3000 Hektar des 51.400 Hektar umfassenden Gebietes beschränken, teilte Mecklenburg Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) mit. Er berief sich auf die Ergebnisse einer Studie des unabhängigen Instituts für Ostseeforschung (IOW) Warnemünde.

Durch die prognostizierte Temperaturerhöhung des Wassers von drei bis maximal 7,5 Grad in einem Radius von 1,5 Kilometern unmittelbar um den Auslaufkanal werde es in dieser 400 Hektar großen Zone zu einer "Artenverschiebung" bei Pflanzen und Tieren am Boden kommen. Für das zentrale Boddenareal von etwa 48.000 Hektar sei die Entnahme und Rückleitung des Kühlwassers ökologisch nicht relevant. Für das Wasser an den Badestränden würden keine Veränderungen erwartet. Ein gesondertes Gutachten zur Badewasserqualität soll bis Ende Juli erstellt werden.

Mit verstärkten Nährstoffeinträgen aus dem Peenestrom in den Bodden ist dem Papier zufolge nur im Winter zu rechnen. Eine verstärkte Plankton- und Blaualgenblüte wird nicht erwartet. Für Fische, die zwischen Meer- und Süßwasser wandern, droht demnach keine Gefahr. Laichgebiete, darunter für den Hering, würden von der sich ausbreitenden sogenannten Kühlwasserfahne nicht beeinflusst.

Den Berechnungen der Forscher war die Maximalleistung von drei Kraftwerken aufgestockt um einen zusätzlichen 20-prozentigen Wirkungsgrad zugrunde gelegt worden. Für das Modell zogen die Forscher die hochsommerlichen Temperaturen von 2002 als Vergleichsgröße heran. Backhaus stellte klar, dass mit der Studie keine Genehmigungsentscheidung vorweggenommen worden sei. Die Landesregierung sichere weiterhin ein rechtstaatliches Verfahren, betonte er.

Für Linksfraktionschef Wolfgang Methling sind mit dem Gutachten die Befürchtungen von Umwelt- und Naturschutzverbänden nicht ausgeräumt. Wegen der massiven Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt in der näheren Umgebung des geplanten Steinkohlekraftwerks dürfe das Projekt nicht gebaut werden, sagte er.