Energiestandort ausbauen

Lubmin: CDU pocht wegen Kraftwerksbau auf Koalitionsvertrag

Das geplante Steinkohlekraftwerks in Lubmin wird immer mehr zum Politikum. Wolfgang Waldmüller, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, mahnte den Koalitionspartner SPD, den im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Ausbau des Energiestandortes Lubmin nicht durch die Hintertür in Frage zu stellen.

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Schwerin (ddp-nrd/sm) - Auslöser war ein Bericht der "Ostseezeitung" (Mittwochausgabe), wonach SPD-Vizechef Gottfried Timm den geplanten Kohlemeiler wegen der ökologischen Folgen für die Boddenküste strikt ablehnt. Auch an der Parteibasis ist das Vorhaben nicht unumstritten.

Waldmüller betonte, dass Mecklenburg-Vorpommern mit der im Koalitionsvertrag vereinbarten Unterstützung für den Bau neuer, effizienter Gas- und Kohlekraftwerke am Standort Lubmin einen wichtigen Beitrag zu einer sicheren, preisgünstigen, effizienten und umweltfreundlichen Energieversorgung leiste. Der CDU-Abgeordnete sagte, er erwarte, dass die SPD den vereinbarten Ausbau des Energiestandortes Lubmin nicht hintertreibe.

Der energiepolitische Sprecher der Linksfraktion, Helmut Holter, forderte die Landesregierung auf, die Pläne für den Bau des Kraftwerks in Lubmin endlich aufzugeben. Angesichts der wachsenden Widerstände in großen Teilen der Bevölkerung sollte dieser "klimapolitische Wahnsinn" nicht realisiert werden, sagte Holter. Das ganze Vorhaben sei umwelt-, klima- und wirtschaftspolitisch nicht zu verantworten. Die SPD-Verantwortlichen in der Landesregierung sollten auf die vielen Kritiker auch in den eigenen Reihen hören und nicht versuchen, das Projekt um jeden Preis durchzudrücken.

Der dänische Energiekonzern Dong Energy plant unmittelbar neben dem stillgelegten Kernkraftwerk Lubmin den Bau von zwei 800-Megawatt-Blöcken. Die Mehrheit der Einwohner von Lubmin hatte sich gegen den Bau in dem Seebad ausgesprochen.