Kraftwerkbau

Lubmin: 200 Demonstranten gegen neues Steinkohlekraftwerk

Mit einem Osterspaziergang durch den Küstenwald am Greifswalder Bodden haben am Samstag Einwohner aus Ostvorpommern und Greifswald gegen den geplanten Bau eines Steinkohlekraftwerks in Lubmin protestiert. Grünen-Chef Bütikofer warnt vor dem Bau von über 40 Kohlekraftwerken.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Lubmin (ddp-nrd/sm) - Auf einer abschließenden Kundgebung im Lubminer Kurpark forderten etwa 200 Teilnehmer der Demonstation den dänischen Energiekonzern DONG Energy auf, auf das Projekt zu verzichten. Zu der Aktion hatte die Lubminer Bürgerinitiative "Zukunft Lubminer Heide" aufgerufen.

Grünen-Chef Reinhard Bütikofer sagte, der jüngste UN-Klimabericht habe gezeigt, dass eine Weichenstellung in der Energiepolitik dringend notwendig sei. Dass in Deutschland derzeit mehr als 40 neue Kohlekraftwerke geplant werden, bezeichnete er als falsches Signal. Denn trotz modernster Technik werde der Ausstoß des Klimakillers Kohlendioxid dadurch höher ausfallen als im Jahre 1990. Der Bundesregierung warf Bütikofer vor, die Produktion von Kohlendioxid zu fördern.

Mecklenburg-Vorpommerns ehemaliger Umweltminister Wolfgang Methling (Linkspartei) sagte, er habe in seiner Zuständigkeit mehrere problematische Projekte für den Industriepark Lubmin genehmigt. Mit dem Bau eines Steinkohlekraftwerks, zumal in einer Tourismusregion, würde jedoch die Energiepolitik in längst überwunden geglaubte Zeiten zurückfallen. Wenn es gelänge, alle Kräfte zu bündeln, könne das Projekt noch verhindert werden, sagte der Oppositionsführer im Schweriner Landtag.

DONG Energy plant unmittelbar neben dem stillgelegten Kernkraftwerk Lubmin den Bau von zwei 800-Megawatt-Blöcken. Das von der Landesregierung befürwortete, etwa 1,5 Milliarden Euro teure Steinkohlekraftwerk soll spätestens 2012 in Betrieb gehen und dann jährlich 3,6 Millionen Tonnen Importsteinkohle verstromen.