Umweltschutz

Litauen will geplante Ostsee-Pipeline verhindern

Der litauische Präsident Valdas Adamkus hat die Bundesregierung aufgefordert, vom Projekt der Ostsee-Pipeline zwischen Russland und Deutschland abzurücken. "Vor allem unter Umwelt-Aspekten ist eine Pipeline am Grund der Ostsee absolut unannehmbar", sagte Adamkus der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

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Osnabrück (ddp/sm) - Für den Transport von russischem Gas in die EU gebe es billigere und für die Umwelt sicherere Lösungen. Wenn es gelinge, Deutschland und Russland in dieser Frage noch umzustimmen, sei das für alle Ostsee-Anrainer etwas Positives.

Adamkus warf Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) vor, er habe während seiner Regierungszeit in Geheimabsprachen Fakten für die Ostsee-Pipeline geschaffen. Dieses Vorgehen habe dem Geist der EU widersprochen. "Wir fühlten uns durch Kanzler Schröders Verhalten beleidigt", sagte Adamkus.

Mit der Kanzlerschaft Angela Merkels habe sich Deutschlands Umgang mit EU-Partnern extrem verändert, sagte der Präsident. "An erster Stelle ist zu nennen, wie aktiv Deutschland heute in EU-Angelegenheiten mitmischt", unterstrich Adamkus. Gerade in der Energiepolitik sei Deutschland erheblich sensibler für die Interessen seiner EU-Partner geworden, auch wenn es noch Differenzen gebe.

Der litauische Präsident machte sich für eine NATO-Mitgliedschaft Georgiens und der Ukraine stark, die wie sein Land Sowjetrepubliken waren. "Wie könnten wir ihren Wunsch nach Freiheit abschlagen?", fragte Adamkus. Die Bundesregierung hat sich bisher sehr zurückhaltend über eine mögliche NATO-Kandidatur Georgiens und der Ukraine geäußert. Russland kritisiert sie offen.