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LichtBlick: Auch in Neuruppin muss Strom durchgeleitet werden

Man glaubt es kaum, aber noch immer gibt es Stadtwerke in Deutschland, die die Durchleitung von Strom verweigern. Beispiel: Der Stromversorger im brandenburgischen Örtchen Neuruppin. Bizarre Begründung: Der Cosinus Phi, ein Maß für die Phasenverschiebung, würde nicht eingehalten.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg/Neuruppin (red) - Der Hamburger Ökostromversorger "Lichtblick", der seit Jahren gerichtlich gegen einen derartigen Missbrauch der Marktmacht vorgeht, ließ das jedoch nicht gelten und beantrage dagegen eine einstweilige Verfügung. Daraufhin waren die Stadtwerke Neuruppin nunmehr bereit, den Netzzugang rückwirkend ab 1. Mai 2006 zu gewähren und ihr Stromnetz neuen Anbietern zu öffnen.

"Es ist skandalös, dass auch acht Jahre nach Öffnung des Strommarktes Netzbetreiber die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben und glauben, sich den gesetzlichen Anforderungen widersetzen zu können", kommentierte Heiko von Tschischwitz, Geschäftsführer von LichtBlick.

Das von den Stadtwerken Neuruppin vorgebrachte Argument, die LichtBlick-Kunden würden den Cosinus Phi nicht einhalten, hielt vor Gericht offenbar nicht stand. Der Cosinus Phi ist ein Maß für die Phasenverschiebung zwischen Wirk- und Blindstrom und darf einen Wert von 0,9 nicht unterschreiten. Bei Haushaltskunden wird diese Phasenverschiebung laut LichtBlick nicht gemessen, weil sie ausnahmslos immer eingehalten werde. "Nur in Neuruppin soll alles anders sein, behaupteten die Stadtwerke und leiteten daraus den Anspruch ab, nur sie könnten die Kunden mit Strom versorgen", berichtete von Tschischwitz. "Auf eine solch' absurde Argumentation war bisher noch kein Netzbetreiber gekommen."

LichtBlick hatte im ersten Schritt bereits Anfang Oktober 2005 versucht, über einen nach dem Energiewirtschaftsgesetz vorgesehenen Missbrauchsantrag bei der zuständigen Landesregulierungsbehörde Brandenburg den Fall klären zu können, musste aber feststellen, dass keine Entscheidung innerhalb von zwei Monaten erging. Daher schlug LichtBlick den nunmehr erfolgreichen, zivilrechtlichen Weg ein.

Man glaubt es kaum, aber noch immer gibt es Stadtwerke in Deutschland, die die Durchleitung von Strom verweigern. Beispiel: Der Stromversorger im brandenburgischen Örtchen Neuruppin. Begründung: Der Cosinus Phi (cos phi) würde nicht eingehalten.