An der EEX

Licht und Schatten: Strom- und Zertifikatspreise gefallen

Die letzten Tagen haben dem Stromgroß- und dem Kohlendioxidzertifikatshandel ein wenig Erholung verschafft - die Preise halbierten sich (Emissionshandel) bzw. sanken drastisch (Stromgroßhandel). Das werde nicht lange anhalten, prognostiziert allerdings der VIK, da das Einpreisungssystem an sich falsch sei.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen/Berlin (red) - Obwohl die Zertifikatspreise in den vergangenen Tagen in den Keller gegangen sind, bleibe die Einpreisungspraxis der kostenlos zugeteilten Verschmutzungsrechte verbesserungswürdig, teilte der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft heute mit.

Die Experten bezweifeln, dass die vorrübergehende Erholung lange anhält, insbesondere da die Klimaschutzpolitik in der zweiten Handelsperiode weiter verschärft werden soll. "Die bisherige Entwicklung des Emissionshandels mit seinen fatalen Folgen für den Strompreis hat den Stromkunden Finanzkraft im Umfang von einigen Milliarden Euro entzogen", kritisierte VIK-Geschäftsführer Dr. Alfred Richmann.

Eine unveränderte Beibehaltung des momentanen Emissionshandelssystems mit den weiterhin drohenden großen Strompreisschüben gefährde unverändert viele Arbeitsplätze in energiekostensensiblen Unternehmen, führte Richmann aus.

Die Preise für den Kohlendioxid-Zertifikate-Handel an der EEX haben sich innerhalb einer Woche von knapp 30 Euro auf weniger als 14 Euro pro Zertifikat (entspricht einer Tonne) reduziert, gestern lag der Preis sogar knapp unter 12 Euro. Auch der Strompreis an der EEX sank deutlich: Kostete der Jahreskontrakt 2007 Grundlaststrom Anfang letzter Woche noch knapp 60 Euro pro Megawattstunde, so waren es vergangenen Freitag etwa 52 Euro, gestern sogar 50 Euro pro Megawattstunde. "Die Ereignisse der letzten Tage an der EEX zeigen, dass die Einpreisung keine Einbahnstraße ist, der Wirkungszusammenhang also auch in die umgekehrte Richtung funktioniert", kommentierte Wirtschaftsminister Michael Glos.