Verunsicherung

Libyen-Krise erreicht deutsche Tankstellen

Die deutschen Autofahrer müssen jetzt für den Anstieg der Ölpreise als Folge der Libyen-Krise bezahlen. Der Durchschnittspreis für einen Liter Superbenzin stieg am Mittwoch auf 1,50 Euro. Diesel kostete nach Angaben aus der Mineralölindustrie im Schnitt sogar 1,40 Euro.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (dapd/red) - Damit lag Diesel auf dem höchsten Niveau seit mehr als zwei Jahren. Der Ölpreis verharrte am Mittwoch auf dem höchsten Niveau seit etwa zwei Jahren, Aktienmärkte rund um die Welt gaben weiter nach.

"Die Lage im Nahen Osten und Nordafrika verunsichert die Ölmärkte, außerdem stützt die gute Wirtschaftsentwicklung in den Schwellenländern vor allem die Nachfrage nach Diesel", sagte Aral-Sprecher Detlef Brandenburg. Laut ADAC wurde Benzin im Vergleich zur Vorwoche 2,8 Cent teurer, Diesel 0,5 Cent.

Wie teuer Diesel derzeit ist, zeigt der Vergleich mit Superbenzin: Obwohl das Finanzamt für Diesel 22 Cent weniger Steuern kassiert als für Benzin, liegt der Preisabstand an den Zapfsäulen bei nur 10 Cent.

Die Libyen-Krise hielt den Ölpreis am Mittwoch weiter hoch. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der für Europa wichtigsten Sorte Brent lag in London weiter bei 107 Dollar, dem höchsten Preis seit mindestens zweieinhalb Jahren. Der Preis für ein Barrel der wichtigsten US-Sorte kletterte auf 96 Dollar.

Die Bank Goldman Sachs nannte ein Preisziel von 103 Dollar für US-Öl innerhalb der nächsten zwölf Monate. Die Proteste in Bahrain zeigten, dass auch reiche Ölstaaten anfällig für Unruhen seien, schrieb die Bank. Libyen ist der fünftwichtigste Lieferant von Rohöl für Deutschland. 2010 flossen 6,6 Millionen Tonnen aus Libyen in die Bundesrepublik.