Radioaktive Strahlung

Leukämie-Bürgerinitiative fordert engmaschigeres Messnetz

Die Bürgerinitiative (BI) gegen Leukämie in der Elbmarsch fordert nach der jüngsten Studie über gehäufte Krebserkrankungen bei Kindern in der Nähe von Atomkraftwerken ein dichteres Netz an Messstationen. SPD-Politiker Harden kritisierte zudem die Messmethoden an den Kraftwerken selbst.

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Drage (ddp/sm) - Der Sprecher der BI und SPD-Landtagsabgeordnete Uwe Harden sagte am Montag auf ddp-Anfrage, die Umgebungsüberwachung von Atomkraftwerken sei derzeit "nur auf Gamma-Strahlung ausgelegt" und nehme zudem "nur einen GAU oder Super-GAU zur Kenntnis". Da sich Radioaktivität nicht gleichmäßig verteile, "müsste an jedem Haus eine Messstation hängen, um sicherzugehen, dass es dort keine Radioaktivität gibt".

Harden kritisierte zudem die Messmethoden an den Atomkraftwerken selbst. "Es wird nur überprüft, was oben aus dem Schornstein kommt", sagte der SPD-Politiker. Alle anderen Öffnungen eines Atomkraftwerks, aus denen Strahlung austreten könnte - etwa die Tore, die bei einer Revision benutzt werden - würden ignoriert. Die Studie gebe der BI Rückenwind, betonte Harden: "Wir werden jetzt weniger belächelt."

Der BI-Sprecher betonte, dass nach der vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) vorgelegten Studie niemand mehr ernsthaft den Zusammenhang zwischen den erhöhten Krebserkrankungen und den Atomkraftwerken bestreiten könne. Dass Politiker und Atomkraft-Befürworter dies dennoch täten, wundere ihn nicht. "Wir sind daran gewöhnt, dass Dinge, die mit den Händen zu greifen sind, nicht gegriffen werden", sagte Harden.