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Leistungsbilanz 2000/2001: Kraftwerke gut ausgelastet

Am 11. November 2001 hatten die deutschen Stromverbraucher den größten Bedarf an Strom: 76 800 Megawatt. Diesen Tag haben die deutschen Energieversorger ebenso gut überstanden wie die anderen Tage des vergangenen Jahres. Insgesamt waren ihre Anlagen zu 91 Prozent ausgelastet.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Die deutschen Stromversorger optimieren ihren Kraftwerkspark, um sich im europäischen Wettbewerb zu behaupten: Die Auslastung der Anlagen betrug im vergangenen Winter 91 Prozent und lag damit leicht über dem Auslastungsgrad der Industrie von 88 Prozent. Das erklärte der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), Berlin, zur Leistungsbilanz 2000/2001.

Die höchsten Anforderungen der Verbraucher wurden laut VDEW im vergangenen Winter am 11. November 2000 gemessen: 76 800 Megawatt. Für diese Höchstlast stand – einschließlich Importüberschuss - eine stundengesicherte Kraftwerksleistung von 84 400 Megawatt zur Verfügung, zeigt die neue Bilanz. VDEW-Präsident Günter Marquis kommentiert: "Die deutschen Stromunternehmen haben in einem Kraftakt eine gute Position im Wettbewerb erreicht." Die sichere, effiziente und umweltverträgliche Energieversorgung bleibe eine wichtige Aufgabe für den Standort Deutschland. Die Energiepolitik müsse für Chancengleichheit in Europa sorgen und Wettbewerbsverzerrungen abbauen. Nur so könne der deutsche Stromerzeugungsstandort für die inländische Wertschöpfung erhalten bleiben.

Gleichzeitig monierte der Brachenverband, dass die deutsche Stromwirtschaft im Wettbewerb durch zu viele Sonderlasten behindert sei. Die Sonderlasten für Öko-Steuer, Erneuerbare-Energien-Gesetz und Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz, so VDEW, seien 2001 auf gut sechs Milliarden Euro gestiegen. Weitere Belastungen drohten aus Brüssel: Die Kommission liebäugele mit einem Energieeffizienz-Fonds, für den die deutsche Stromwirtschaft rund 600 Millionen Euro im Jahr aufbringen müsste. Marquis: "Die Politik will offensichtlich die Stromverbraucher weiter für allgemeine Staatsaufgaben zur Kasse bitten." Nach wie vor halten die deutschen Stromversorger die Pläne für eine oder gar mehrere europäische Energie-Superbehörden für schädlich: "Die Politik muss faire Rahmenbedingungen für den offenen Markt schaffen. Neue Bürokratien würden dagegen einen Rückschritt für den Liberalisierungsprozess bedeuten."