Leipziger Strombörse startet Mitte Juni

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Die LPX Leipzig Power Exchange GmbH hat gestern mitgeteilt, dass sie Mitte Juni 2000 (24. KW) den Spothandel eröffnen wird. Damit startet die erste Strombörse mit Sitz in Deutschland den physischen Handel mit Strom. Rund zwei Jahre nach dem Inkrafttreten des Energiewirtschaftsgesetzes wird damit eine neue Runde der Liberalisierung des Energiemarktes eingeläutet. Als Gebühr wird LPX am Spotmarkt für jede gehandelte Megawattstunde 0,04 Euro erheben; die Jahresgebühr wird 12.500,- Euro betragen.


LPX beabsichtigt, in diesem Jahr auch einen Terminmarkt zu etablieren, sobald der Spotmarkt sich zu einem geeigneten "underlying market" entwickelt hat. Dieser Markt soll ein reiner Finanzmarkt werden, während am Spotmarkt physische Strommengen gehandelt werden.


Die bisherigen Gespräche mit der Frankfurter EEX seien bislang ohne Ergebnis geblieben. Ursache für diese Situation sei, dass die Frankfurter Börse das Aktienhandelssystem XETRA auch für den Stromhandel einsetzen möchte. LPX und ihr Partner Nord Pool vertreten jedoch die Auffassung, dass für die überwiegende Mehrheit der Marktteilnehmer ein spezifisches Stromhandelssystem notwendig ist. Zudem sei das LPX-System einfach und für die Marktteilnehmer in der Umsetzung kostengünstig, während das von EEX befürwortete System hohe Aufwendungen für den Handelsbereich erfordere. Dr. Carlhans Uhle, LPX-Geschäftsführer, wies darauf hin, dass die skandinavische Strombörse Nord Pool - der Partner von LPX - in der Fachwelt als besonders gut funktionierende Strombörse anerkannt sei. Der wichtigste Grund hierfür sei das ausschließlich für den Stromhandel konzipierte und maßgeschneiderte Spothandels-System. LPX wird das jahrelang erprobte und bestens funktionierende System aus Skandinavien einsetzen.


LPX bekräftigte, dass auch mit anderen Strombörsen Gespräche geführt würden. Man sei auch daran interessiert, die Gespräche mit Frankfurt mittelfristig fortzusetzen. "Die Tür bleibt für EEX offen, wir konnten allerdings durch die fehlende Einigung in der Systemfrage nicht unseren Start verzögern", erklärte Uhle.