Zehn-Jahres-Vertrag

Leipziger "PennyStrom": Verbraucherschützer skeptisch

Sachsens Verbraucherschützer bewerten ein neues Stromangebot aus Leipzig-Markkleeberg skeptisch. Seit einigen Monaten bietet dort die Ascard GmbH "PennyStrom"-Pakete mit einer Preisgarantie von drei, fünf oder zehn Jahren an. Der Strom kostet je nach Vertragslaufzeit zwischen 17 und 11 Cent pro Kilowattstunde.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Leipzig (red) - Angesichts weiter steigender Energiepreise erscheinen derlei langfristige Paketangebote günstig. "Schön wäre es schon, wenn ein Energieversorger seine Preise über so lange Zeiträume stabil halten könnte", erläuterte Roland Pause, Energieexperte der Verbraucherzentrale Sachsen. "Trotzdem sind wir skeptisch, besonders dann, wenn im Voraus bezahlt wird."

Denn wie die Verbraucherschützer herausgefunden haben, werde zwar eine entsprechende Preisgarantie gegeben. Aber über die Lieferzusage fände sich im "Kleingedruckten" nur Unzulängliches: "Diese Umstellung der Vertragsinhalte auf PennyStrom kann sich im Einzelfall aufgrund ungewöhnlicher Umstände, z.B. beim Vorversorger, verzögern." Hinzu kämen Unsicherheiten beim Verbraucher, der seinen jährlichen Stromverbrauch über mehrere Jahre genau kennen müsste, so die Verbraucherzentrale Sachsen weiter.

Wer mehr verbraucht, zahlt zudem einen massiven Aufpreis, während weniger verbrauchter Strom nur zum Einkaufspreis zurückgezahlt wird. "Außerdem sind zehn Jahre eine lange Zeit, in der Firmen kommen und gehen", gibt Pause zu bedenken. Besteht die Firma innerhalb dieser Frist nicht mehr, laufe man seinem Geld hinterher.

Pause empfiehlt daher auf kürzere Vertragslaufzeiten von ein bis zwei Jahren zu achten. So könne man flexibler reagieren und gegebenfalls seinen Stromanbieter wechseln. Das strom magazin schließt sich der Empfehlung der Verbraucherschützer an. Einen Drei-, Fünf- oder Zehn-Vorauskasse-Jahresvertrag mit einem im Markt unbekannten Unternehmen abzuschließen, das auf seiner Internetseite keinerlei Angaben über Stromlieferanten, Kunden oder Liquidität macht, stattdessen aber jedem Vertragsabschluss ominöse Reisegutscheine beilegt, ist nicht empfehlenswert.