Abschluss der Modernisierung

Leipziger Graugussnetz ist ab heute Geschichte

Die Stadtwerke Leipzig haben heute offiziell die Stilllegung des historischen Erdgas-Graugussnetzes bekannt gegeben. Im Zuge der Modernisierungsarbeiten wurden in den letzten 13 Jahren insgesamt 835 Kilometer Graugussleitung wurden saniert oder stillgelegt.

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Leipzig (red) - So wurden nach Unternehmensangaben 550 Kilometer Gasleitung erneuert, 16.600 Gashausanschlüsse verlegt und 230 Gasregelanlagen saniert bzw. neu gebaut. Heutzutage besteht das Leipziger Gasnetz ausschließlich aus Kunststoff- und Stahlrohren. Die Investitionskosten belaufen sich auf insgesamt rund 220 Millionen Euro.

Die Stadtwerke Leipzig haben seit der Übernahme der städtischen Gasversorgung im Jahre 1992 mit der Ablösung des historischen Graugussnetzes begonnen, so der Energieversorger in einer Pressemitteilung. Die komplette Erneuerung des Gussnetzes sei aufgrund technischer und staatlicher Vorgaben erforderlich gewesen, da die bis in die 30er Jahre des 20 Jahrhunderts verwendeten Stemmmuffenverbindungen nicht mehr den technischen Anforderungen entsprachen.

Pressesprecherin Marion Danneboom weist darauf hin, dass mit der Stilllegung des letzten Gussrohres am 12. Oktober 2005 auch ein Stück Gasgeschichte in Leipzig zu Ende gehe: Am 4. September 1838 wurde die erste Gasanstalt in Leipzig in Betrieb genommen. Die Leipziger Gasanstalt, die auf dem Gelände des heutigen Heizkraftwerkes der Stadtwerke Leipzig an der Eutritzscher Straße steht, war die erste technisch ausgereifte größere Anlage in Deutschland. Ab 1927 wurden zunehmend die dezentralen Gaswerke in Leipzig durch Ferngaswerke und später Großgasereien im mitteldeutschen Raum abgelöst. Die Stadtgaserzeugung endete in Leipzig 1977 mit der Stilllegung der Anlagen in der Richard-Lehmann-Straße, wo heute noch die beiden Gasometer von dieser Vergangenheit zeugen. Mit der Gründung der Stadtwerke Leipzig begann die Umstellung von Stadtgas auf Erdgas.

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