Zwischenfall

Leckage an Turbine im AKW Krümmel festgestellt

Und schon wieder eine Pannenmeldung: Mitarbeiter des Atomkraftwerks Krümmel stellten gestern "eine Kleinstleckage im Turbinenbereich fest", wie der Betreiber Vattenfall Europe in Hamburg mitteilte. Das etwa zwei Millimeter große Loch wurde an einem Entlüftungsstutzen der Vorwärmanlage entdeckt.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg/Berlin (ddp/sm) - Radiologische Auswirkungen lagen den Angaben zufolge unterhalb der Messgrenze. Der Schaden wurde der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde in Kiel gemeldet. Nach Vattenfall-Angaben hat der betroffene Entlüftungsstutzen einen Durchmesser von rund zwei Zentimetern. Das schadhafte Stück soll ausgetauscht und alle vergleichbaren Stutzen sollen untersucht werden.

Die Kieler Aufsichtsbehörde prüft weiterhin die rechtlichen Möglichkeiten eines Entzugs der Betriebserlaubnis. Ein Ergebnis werde "eher Wochen als Tage" dauern, sagte Ministeriumssprecher Oliver Breuer. Er betonte, das Ministerium wolle neben dem Reaktorfahrer und dem Schichtleiter zwei weitere Mitarbeiter befragen. "Wir wollen uns ein Gesamtbild machen."

Der Betreiber selbst lenkte gestern ein und will den Behörden diese Befragung nun doch ermöglichen. Ein genauer Termin steht nach Angaben von Vattenfall-Sprecher Ivo Banek aber noch nicht fest. Das Unternehmen kündigte für den heutigen Freitag einen Zwischenbericht zu den Vorfällen in Krümmel an.

Künast ruft zu Vattenfall-Boykott auf

In Anbetracht der Vorfälle der letzten Wochen hat Grünen-Fraktionschefin Renate Künast die Kunden von Vattenfall aufgerufen, den Stromanbieter zu wechseln: "Nach den Pannenserien in den Kraftwerken Krümmel und Brunsbüttel und der Desinformationspolitik des Konzerns ist es höchste Zeit, dass die Verbraucher zeigen, dass sie sich den liederlichen Umgang von Vattenfall mit der Sicherheit der Bürger nicht länger bieten lassen", sagte Künast dem Berliner "Tagesspiegel" (Freitagausgabe).