Politische Ebene

Lausitzer Tagebau-Gegner treten zur Kommunalwahl an

Am Anfang war es der strikte Protest gegen die Abbaggerung weiterer Dörfer. Nun engagieren sich die Tagebau-Gegner in der Lausitz auch auf politischer Ebene. Zur Kommunalwahl tritt im Landkreis Spree-Neiße die Wählergemeinschaft "Bürger für die Lausitz - Klinger Runde" an.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Lausitz (ddp-lbg/sm) - Die Mitglieder der Klinger Runde stammen aus verschiedenen Bürgerinitiativen, die sich im vergangenen Jahr nach der Veröffentlichung der sogenannten Clausthal-Studie, in der 17 Braunkohlelagerstätten auflistet worden waren, zusammengeschlossen hatten. "Wir wollen uns direkt an der politischen Willensbildung beteiligen und die Verantwortung für unsere Heimat selbst in die Hand nehmen", sagt der Vorsitzende Egbert S. Piosik.

Ein Hauptthema werde der Tagebau bleiben. "Wir sind für einen langsamen Ausstieg aus der Braunkohle. Es sollen vor allem keine Dörfer mehr abgebaggert werden", betont der 48 Jahre alte Lokalpolitiker. Ihr Schwerpunkt liege aber nicht nur auf der Energiepolitik. 15 Punkte hat die Klinger Runde in ihrem Programm für die Kreistagswahl zusammengestellt.

"Als Bürgerinitiative wurden wir nicht genug wahrgenommen", nennt Piosik einen weiteren Grund für das politische Engagement. "Wir wollen Fraktionsstärke erreichen und sicher in den Kreistag einziehen", nennt er das selbstbewusste Ziel der Klinger Runde.

Spree-Neiße-Landrat Dieter Friese (SPD) bleibt angesichts der neuen politische Konkurrenz gelassen. Es sei ein ganz normaler demokratischer Prozess, dass Menschen, die gemeinsame Ziele verfolgen, ihre Interessen auch auf politischer Ebene durchsetzen wollen. «Das heißt aber nicht, dass diese Ziele auch realistisch sind», fügt Friese hinzu. Er wirft der Klinger Runde vor, etwas zu versprechen, dass sich aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen gar nicht durchsetzen lässt.