Biogasanlagen

Lausitzer Dorf versorgt sich selbst mit Strom

Das Dorf Atterwasch in der Lausitz versorgt sich seit kurzer Zeit selbst mit Strom und setzt dabei auf Biogas. Ein Grund ist die drohende Abbaggerung des Ortes für den Braunkohletagebau. Inzwischen können neben dem Dorf sogar noch 26 Betriebe mit Strom versorgt werden.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Guben (dapd/red) - Wenn in der Lausitz, genauer gesagt im beschaulichen Dörfchen Atterwasch, der Wind ungünstig steht, dann stinkt es schon mal mächtig. Doch die Bewohner der Gegend nehmen dies in Kauf - schließlich ist es das kleinere Übel. Ursache für die unschönen Gerüche ist eine Biogasanlage, die neben Mais, Getreide und anderen Reststoffen auch den Dung von rund 400 Rindern und Schweinen verarbeitet.

Ökostrom soll Dorf vor der Abbaggerung bewahren

Mit der Biogasanlage erzeugt man in Atterwasch bei Guben seit dem Sommer selber Strom und versucht sich so gegen die drohende Abbaggerung des Dorfes zugunsten des geplanten Braunkohletagebaus Jänschwalde-Nord der Firma Vattenfall zu wehren. Seit August produziert man nun den Ökostrom über die Biogasanlage, der den Bedarf von rund 241 Menschen locker deckt. Die erzeugte Strommenge reicht sogar noch aus, um die 26 Gewerbebetriebe der Umgebung ebenfalls zu versorgen. In der Biogasanlage werden jährlich rund 1,4 Kilowattstunden Ökostrom erzeugt, die Anlage ist so konzipiert, dass sie ausschließlich aus betriebseigenen Flächen und dem eigenen Gülle-Aufkommen der Region gespeist werden kann.

Mit selbsterzeugtem Ökostrom ist man den Landeszielen um 10 Jahre voraus

Die bei der Ökostromproduktion anfallenden Gärreste können wiederum als biologische Düngemittel für die Felder eingesetzt werden. Mit der Eigenproduktion von Ökostrom hat Atterwasch nicht nur eine gewisse Unabhängigkeit in der Stromversorgung erreicht, es ist hinsichtlich der Energiepolitik auch den Brandenburger Landeszielen weit voraus: Brandenburg sieht derzeit eine Zeit von zehn Jahren vor, um soviel Strom aus erneuerbaren Energien herzustellen, wie das Land selbst benötigt.