Streit um neue Tagebaue

Lausitz: Bürgermeister gibt Amt wegen Interessenkonflikt auf

Im Streit um den Aufschluss weiterer Tagebaue in der Lausitz wird der ehrenamtliche Bürgermeister des betroffenen Dorfes Grabko, Gerd Wieden, sein Amt zum Monatsende aufgeben. Wieden arbeitet in einem Braunkohlekraftwerk des Energiekonzerns Vattenfall.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Grabko (ddp-lbg/sm) - Gerd Wieden begründete seinen Rücktritt am Freitag im RBB-Sender Antenne Brandenburg mit einem "unüberbrückbaren Interessenkonflikt" zwischen seiner Arbeit beim Bergbaukonzern Vattenfall und dem bevorstehenden Kampf seiner Gemeinde gegen die geplante Umsiedlung. Wieden arbeitet im Braunkohlekraftwerk Jänschwalde, seit neun Monaten ist er Bürgermeister der 130-Einwohner-Gemeinde. Er sagte: "Ich kann nicht zehn Stunden am Tag für und 14 Stunden gegen Vattenfall arbeiten."

Die Dörfer Grabko, Kerkwitz und Atterwasch mit insgesamt etwa 900 Einwohnern sollen nach jüngsten Plänen von Vattenfall umgesiedelt werden, um Platz für den neuen Tagebau Jänschwalde-Nord zu schaffen.