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Laufzeit-Gutachten soll Energie-Effizienz voranbringen

Das unveröffentlichte Experten-Gutachten zur Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken bringt einem Medienbericht zufolge das Thema Energie-Effizienz voran. Vorbild könnte der Emissionshandel sein. Laut dem Bericht könnte es auch eine verschärfte Nachweispflicht für Haushaltsgeräte geben.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Osnabrück (ddp/red) - Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" (Montagsausgabe) unter Berufung auf Koalitionskreise schreibt, wäre unter anderem künftig ein Effizienz-Managementsystem denkbar. Nach dem Vorbild des Emissionshandels, der den Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlendioxid regelt, könnte es ein Bonusmodell geben: Wer weniger Kilowattstunden Strom verbraucht als vorgesehen, kann diese Menge verkaufen. Wer zu viel verwendet, muss Verbrauchsrechte zukaufen.

Als marktwirtschaftliches Instrument könnten "weiße Zertifikate" dienen, hieß es den Kreisen zufolge. Möglich seien etwa verschärfte Nachweispflichten bei Haushaltsgeräten. Auch ein Stromspar-Check, wie er schon vom Bundesumweltministerium mit Sozialverbänden in Wohnungen von "Hartz IV"-Empfängern vorgenommen worden sei, dürfte laut Experten-Gutachten ein zusätzlicher Ansatz für Energie-Effizienz sein. Hinzu komme die künftige ordnungsrechtliche Vorgabe für den Einbau sogenannter intelligenter Stromzähler. Bislang ist dies in Deutschland - außer bei Neubauten und Totalsanierungen - keine Pflicht.

Den Koalitionskreisen zufolge dürfte für Atomkraftwerke "eine Laufzeitverlängerung von 10 bis 15 Jahren herauskommen". Ein Grund dafür: Laut Gutachter liege die "Abhängigkeit von Stromimporten bei 30 Prozent, wenn die Laufzeit nur um vier oder acht Jahre verlängert würde".

DIW-Expertin Claudia Kemfert sieht eine falsche Prioritätensetzung bei der Debatte um ein neues Energiekonzept: Es müsste in erster Linie um Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien und dann um Energieeinsparung gehen, forderte Kemfert in der "Passauer Neuen Presse" (Montagsausgabe). Die Möglichkeiten für den Ausbau von Kohle-, besser noch Gaskraftwerken müssten ausgelotet werden, bevor zuallerletzt die Frage längerer atomarer Laufzeiten beantwortet werde.