Preisstruktur erneuern

Langfristiger Strom-Terminhandel an Energiebörse EEX eingebrochen

Der langfristige Strom-Terminhandel an der EEX ist in der ersten Jahreshälfte stark eingebrochen. Auf der anderen Seite legte aber der bilaterale außerbörsliche Handel stark zu, bei dem Börsengebühren vermieden werden. Daher wolle die Energiebörse ihre Preisstruktur überdenken, so Vorstandsvorsitzende Menzel.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Leipzig (ddp-lsc/sm) - Bis Ende Juni wurden an der Europäischen Energiebörse EEX 99 Terawattstunden Strom gehandelt, im Vorjahreszeitraum waren es noch 240 Terawattstunden , wie der Vorstandsvorsitzende der EEX, Hans-Bernd Menzel, mitteilte. Der bilaterale außerbörsliche Handel legte jedoch stark zu. Bei diesen OTC-Geschäften einigen sich die Handelspartner untereinander und vermeiden so die Börsengebühren. Anschließend sichern dann die Partner das Geschäft nur noch über die EEX ab. Die Energiebörse werde jetzt ihre Preisstruktur überdenken, kündigte Menzel an.

Im Ergebnis bewegten sich die Umsatzerlöse des ersten Halbjahres 2007 mit 20,08 Millionen Euro in etwa auf Vorjahresniveau. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) stieg binnen eines Jahres laut Menzel um rund 31 Prozent auf 7,7 Millionen Euro.

Ab 2008 werde die EEX ihr Derivate-Geschäft in eine eigenen GmbH ausgliedern, kündigte Menzel an. Mit der Auslagerung der Clearing-Tochter ECC und der Spotmarkt-Tochter SpotCo haben man in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht. Über die Töchter wolle die EEX mittelfristig stärker europaweit Partner suchen. "Wir laden Europa ein", sagte Menzel, gemeinsam Strom-, Gas- und andere Produkte mit der EEX zu entwickeln. "Wir fühlen uns groß, aber nicht groß genug, alles allein tun zu können", erklärte Menzel.

Den europäischen Strommarkt teilen sich mittlerweile noch knapp 30 eigenständige Börsen. "In zwei Jahren werden wir hier aber eine komplett veränderte Landschaft vorfinden", umschrieb Menzel den bereits beginnenden Konzentrationsprozess. Auch aus Russland werde in Zukunft einige Bewegung in den Markt kommen.