Hohe Energiekosten

Langer Winter macht Landwirten zu schaffen

Der nicht enden wollende Winter hat nicht nur die Ostereiersuche erschwert, auch die Obst- und Gemüsebauern leiden unter dem allnächtlichen Frost. Die Bauern sind mit der Aussaat in Verzug, und die Energiekosten für die Agrarbetriebe steigen: Spargel etwa gibt es nur dort, wo der Boden geheizt werden konnte.

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Bad Kreuznach/Bad Homburg (dapd/red) - Nach Angaben der Landwirtschaftskammer in Rheinland-Pfalz sind die Bauern mit ihrer Aussaat bereits zwei bis drei Wochen in Verzug. Auch den Landwirten in Hessen setzt der ungewöhnlich lange Winter zu, wie ein Sprecher des hessischen Bauernverbande auf dapd-Anfrage sagte.

"Obstbauern, Gemüsebauern und Gärtner stehen alle in den Startlöchern, aber es ist einfach noch zu kalt zum Aussäen", klagte der Präsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Norbert Schindler, in Bad Kreuznach. Zuckerrüben etwa seien kälteempfindlich, daher warteten die Bauern mit dem Ausbringen der Saat auf wärmere Tage. "Wir hoffen auch, dass die Kartoffeln den jetzigen Frost überleben", fügte Schindler hinzu.

Die Obstbauern hätten bereits erfrorene Knospen zu beklagen. "Die Gefahr ist noch nicht vorbei. Ich befürchte da schon noch Schäden", sagte Schindler. Auch Spargel könne in den nächsten acht Tagen noch nicht flächendeckend angeboten werden. "Auf das Königsgemüse müssen die Verbraucher noch etwas warten", kündigte der Kammerpräsident an.

Bauern haben deutlich höhere Energiekosten

Der Sprecher des hessischen Bauernverbands erläuterte, dass nicht nur Frostschäden die Landwirte beschäftigten. Sonderkulturbetriebe wie Spargelbauern, die eigentlich schon zu Ostern mit frischem Gemüse auf den Markt wollten, hätten auch mit deutlich höheren Energiekosten zu kämpfen.

"Spargel gab es nur dort, wo der Boden besonders geheizt werden konnte", sagte der Verbandssprecher in Bad Homburg. Denn das Stangengemüse brauche eine Bodentemperatur von mindestens zehn Grad Celsius. Für Saisongemüse bedeute das: heizen, heizen, heizen und spezielle Folien auslegen. In Frankfurt am Main beispielsweise hätten die Hersteller von Grüner Soße sogar die Gewächshäuser wieder befeuert.

"Für Obst- und Gemüsebetriebe ist es sicherlich hart im Moment", schätzte der Sprecher ein. Das Wintergetreide hingegen habe die Kälte gut weggesteckt. Wegen der schützenden Schneedecke sei es nicht zu Kahlfrösten gekommen, so dass es hier bisher keine nennenswerten Schäden gebe.