Niedriger Bevorratungsstand

Langer Winter beschert Heizölhändlern gute Geschäfte

Der lange Winter sorgt bei den deutschen Heizölhändlern für gut laufende Geschäfte. Die Nachfrage nach Heizöl, aber auch Kohle und Holz habe in den ersten Monaten dieses Jahres bis zu drei Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen, berichtete der Verband für Energiehandel Südwest-Mitte (VEH) in Fulda.

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Fulda (ddp-hes/sm) - Da sich viele Haushalte mit ihrem Vorrat verrechnet hätten und kurzfristig nachtanken müssten, werde der Not- und Wochenenddienst der Heizölhändler rege in Anspruch genommen. "Da hat sich schon der 2005 vergleichsweise niedrige Bevorratungsstand bei den Ölheizungsbesitzern bemerkbar gemacht", sagte VEH-Geschäftsführer Jörg Lenk.

Nach seinen Angaben lag der Heizölabsatz vergangenes Jahr im VEH-Gebiet - dazu gehören Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Baden-Württemberg und Thüringen - mit rund 7,5 Millionen Tonnen knapp unter dem Wert von 2004. Verantwortlich für den Rückgang sei die Kaufzurückhaltung der Verbraucher gewesen. Für 2006 hofften die Händler auf eine Absatzsteigerung von bis zu fünf Prozent, da viele Tanks - auch aufgrund des ungewöhnlich kalten Winters - neu gefüllt werden müssten.

Laut Lenk ist bei den Kunden der Beratungsbedarf gestiegen. Viele Bürger fragten die Händler nach Sparmöglichkeiten oder informierten sich über eine Modernisierung ihrer Anlagen. "Da gibt es noch viel nachzuholen", sagte Lenk. Im VEH-Verbandsgebiet gebe es noch gut 470 000 Ölheizungen, die vor 1982 installiert wurden. "Solche alten Energieverschwender müssen dringend erneuert oder ersetzt werden", sagte Lenk.

Derzeit kostet der Liter Super-Heizöl nach seinen Angaben bei Abnahme einer 3000-Liter-Partie in den meisten Regionen zwischen 63 und 65 Cent. Bei diesem Preis gebe es zwar für das Frühjahr "etwas Spielraum" nach unten, Hoffnung auf drastisch sinkende Priese solle sich allerdings niemand machen.