Hohe Renditen

Landwirte: Photovoltaik-Anlage als Altersvorsorge

Etwas mehr als eine halbe Million Euro hat Landwirt Henning Schulte-Uffelage in eine 1200 Quadratmeter große Photovoltaikanlage auf den Dächern der Schweineställe investiert. Dank der staatlichen Unterstützung und der niedrigen Modul-Preise sei das aber eine "lohnende Investition", die dem Landwirt die Altersvorsorge sichern soll.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hilter (ddp-nrd/red) – Die Schulte-Uffelages leben seit Generationen von Ackerbau und Viehzucht. Seinen Energiebedarf bezieht der landwirtschaftliche Betrieb heute "zu zwei Dritteln aus regenerativen Energien", sagt Henning Schulte-Uffelage. Neben der Photovoltaikanlage ist auf dem Hof noch eine Hackschnitzel-Heizung aktiv. Als Öko-Bauern sehen sich Vater Jürgen und Sohn Henning jedoch nicht. "Es ist ein Geschäft", sagen beide.

Solarenergie soll weiter ausgebaut werden

In Niedersachsen beträgt der Anteil erneuerbarer Energien an der gesamten Stromerzeugung etwa 20 Prozent. Den größten Teil davon liefert in dem Küstenland die Windenergie. Die Menge der erneuerbaren Energien, die von Photovoltaikanlagen ins Netz eingespeist wird, lag 2008 nach Angaben des Landesbetriebs für Statistik in Hannover bei 1,5 Prozent. Erzeuger wie Schulte-Uffelage sollen dazu beitragen, die Produktion von Solarenergie in Niedersachsen zu steigern.

Pro Jahr könne seine Anlage rund 150.000 Kilowattstunden Strom produzieren, sagt der Landwirt. Diese Menge werde komplett in das Netz des regionalen Stromanbieters eingespeist. Dafür bekomme die Familie 41 Cent pro Kilowatt. Für erheblich weniger Geld kauft sie von ihrem Energielieferanten den handelsüblichen Strom-Mix. "Die Solarenergie ist unsere Altersvorsorge", sagt Henning Schulte-Uffelages Vater Jürgen. Beide gehen davon aus, dass ihre Anlage in elf Jahren Gewinn abwerfen wird.

Photovoltaikanlagen auch bei Banken gern gesehen

Photovoltaikanlagen scheinen nicht nur für Landwirte ein lukratives Geschäft. Viele Banken seien "Fans von Solarenergie", sagt Frank Hemme, Geschäftsführer der Osnabrücker SUNOS GmbH, die auch die Photovoltaikanlage bei den Schulte-Uffelages installiert hat. Für Banker wie private Investoren seien die langfristigen Renditen interessant, die durch das EEG entstanden seien, sagt Hemme, der von einem regelrechten Boom in seiner Branche spricht.

Insgesamt wurden laut der KfW-Bankengruppe, die die Kredite für Photovoltaikanlagen stellt, in Niedersachsen bis zum 30. September etwa 1500 Förderanträge für das Programm Erneuerbare Energien bewilligt und mit einem Volumen von 263 Millionen Euro unterstützt. Dies, so sagt die Sprecherin, sei im Vergleich zum Vorjahr ein starker Anstieg.