Lebenswert bleiben

Landrat Friese verlangt Ausgleich für mögliche weitere Tagebaue

Für den geplanten Aufschluss weiterer Tagebaue im Lausitzer Spree-Neiße-Gebiet verlangt Landrat Dieter Friese (SPD) einen umfassenden Ausgleich für den Eingriff in die Natur. Zudem müsse Vattenfall dafür sorgen, dass die Umsiedlungen der Betroffenen so sozialverträglich wie möglich geschehe.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Forst (ddp-lbg/sm) - Das Land müsse im Falle der Genehmigung der Tagebaue bei Jänschwalde, Spremberg und Bagenz unter anderem Perspektiven zur Ansiedlung anderer Industriezweige in der Region schaffen, sagte Friese der Nachrichtenagentur ddp. Vor allem müsse ein Ausgleich hinsichtlich der Zerstörung von Natur- und Kulturlandschaften sichergestellt werden. Denn die Region solle lebenswert bleiben. Die Menschen brauchten Natur- und Erholungsgebiete.

Friese schwebt dazu ein Vertrag zwischen Kreis, Land und dem Energiekonzern Vattenfall vor. Es sei der bundesweit erste Versuch, eine solche Vereinbarung durchzusetzen. Damit solle die direkte Betroffenheit des Kreises anerkannt werden, sagte der Landrat.

Friese hält die geplante Abbaggerung mit Blick auf die betroffenen Menschen für schwerwiegend. Er forderte ein rechtsstaatliches Verfahren zur Prüfung der Vorhaben. Sollten die Tagebaue genehmigt werden, müsse Vattenfall die Umsiedlungen so sozialverträglich wie möglich organisieren.

Der Landrat räumte ein, mittelfristig könne kaum auf die Braunkohle als Energieträger verzichtet werden. Denn bei Rohstoffen wie Öl sei Deutschland von anderen Ländern abhängig und über regenerative Energien könne der Bedarf nicht gedeckt werden. Die Verstromung von Braunkohle sei jedoch die "brutalste Art" der Energiegewinnung. Deshalb müsse für Ausgleich gesorgt werden.