Heftige Kritik

Landrat Friese setzt sich für Braunkohleabbau in Brandenburg ein

Dieter Friese (SPD) ist einer der dienstältesten Landräte Brandenburgs und gehört zu den gefragtesten Lokalpolitikern des Landes. Doch seit sich der 58-Jährige für einen weiteren Braunkohleabbau einsetzt, hagelt es von den Lausitzern heftige Kritik.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Forst (ddp-lbg/sm) - Mittlerweile Diplom-Ingenieur Dieter Friese mittlerweile auf rund 17 Jahre Berufserfahrung als Landrat zurückblicken. Und wenn es nach ihm geht, dann sollen noch einige hinzukommen. Seine Amtszeit läuft bis 2010, eine weitere Kandidatur ist eingeplant. Doch gegen den Verwaltungschef wächst Widerstand. Seine Haltung zum Braunkohleabbau hat ihm Gegner beschert.

"Die Lausitz und das Land Brandenburg brauchen die Braunkohle - aber zu einem fairen Preis", hatte er immer wieder betont. Aus diesem Grund plädiert Friese für einen Kohlevertrag zwischen Bund, Land, Bergbauunternehmen und dem Kreis. "Die Region ist enorm vom Tagebau belastet, deshalb ist es berechtigt, vom Abbauunternehmen mehr Entschädigung zu fordern als üblich", betont er.

Deshalb steht Friese seit langem in Verhandlungen mit Vattenfall. "Wir sind auf einem erstaunlich guten Weg." In den nächsten Jahrzehnten will der Braunkohleförderer drei neue Tagebaue in Brandenburg aufschließen. Die geplanten Lagerstätten Jänschwalde-Nord, Bagenz-Ost und Spremberg-Ost befinden sich alle im Spree-Neiße-Kreis. Rund 900 Menschen wären von Abbaggerung und Umsiedlung betroffen.

Vor allem auf der lokalen Ebene, in den Dörfern und Gemeinden, formiert sich Widerstand gegen den geplanten Abbau. Die Volksinitiative "Keine neuen Tagebaue - für eine zukunftsfähige Energiepolitik" soll das Vorhaben stoppen. Als Landrat sieht sich Friese nicht in der Lage, Einfluss auf die Politik zu nehmen. "Wir können als Behörde nur eine Stellungnahme abgeben", wiegelt er ab.

Der Verwaltungschef bekommt den Protest auch persönlich zu spüren. Bei einer Gemeindevertretersitzung in Kerkwitz hatten Bürger angeregt, eine Abwahlinitiative gegen ihn zu starten. Friese bringt das aber nicht aus der Ruhe. "Das entbehrt jeglicher Grundlage."