Hoffen auf die Ostsee-Pipeline

Landkreise, Gemeinden und Firmen wollen von Erdgastrasse profitieren

Ab 2010 wird durch eine neue Pipeline Erdgas von der Ostsee nach Sachsen strömen, der Bau für die entsprechende Anbindungsleitung durch Brandenburg beginnt im nächsten Jahr. Dabei sollen regionale Betriebe mit einbezogen werden, auch Landkreise und Gemeinden wollen von der neuen Erdgas-Trasse profitieren.

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Potsdam (ddp-lbg/sm) - Bereits im kommenden Jahr beginnt der Bau der 480 Kilometer langen sogenannten Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung (Opal), die von Greifswald durch Brandenburg nach Olbernhau führen wird. Zuständig ist die Wingas GmbH, eine Tochtergesellschaft des russischen Rohstoffgiganten Gazprom.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) geht davon aus, dass regionale Betriebe in den Bau der Pipeline einbezogen werden. "Unser Ziel ist es, Aufträge vorrangig an das Gewerbe vor Ort zu vergeben", bestätigt Wingas-Pressesprecher Stefan Leunig. Langfristig könne sich die verbesserte Infrastruktur zur Erdgasversorgung auch positiv auf die Ansiedlung großer Investoren auswirken, hofft Junghanns.

Der brandenburgische Abschnitt beginnt im Norden bei Schönfeld in der Uckermark. Die Leitung verläuft durch das östliche Brandenburg und führt an die Landesgrenze zu Sachsen. Derzeit läuft für den 270 Kilometer langen Abschnitt das Raumordnungsverfahren. Dabei können die Gemeinden Einfluss auf den geplanten Streckenverlauf nehmen. Einige Behörden wollen dabei mit Synergieeffekten die Baumaßnahmen zum eigenen Vorteil nutzen. So soll bei Groß Köris nach Angaben von Baudezernent Stephan Loge (SPD) eine für die Trasse benötigte Betonstraße anschließend zu einem Radweg umgebaut werden.

Noch im Dezember soll mit dem Planfeststellungsverfahren begonnen werden, in dem das Unternehmen die endgültigen Parzellen genau festlegt. Für Mitte 2008 sind die ersten Vorbereitungen für den Bau geplant. "Zunächst werden Lagerplätze für die Rohre geschaffen und betroffene Flächen von Gehölzen befreit", erläutert Wingas-Sprecher Leunig den Ablauf. Die Verlegung der Rohre soll spätestens Anfang 2009 starten und etwa neun Monate dauern. "Im Interesse des Umweltschutzes werden die Eingriffe in Natur und Landschaft dabei so gering wie möglich gehalten", sagt Leunig.

Während der Bauarbeiten wird nach Angaben des Unternehmens eine Arbeitsfläche von 28 bis 36 Metern Breite benötigt, die anschließend teilweise wieder bepflanzt wird. "Ein zehn Meter breiter Korridor muss frei von Bäumen und Sträuchern bleiben, damit die Rohre nicht durch Wurzeln beschädigt werden", erläutert Leunig. "Am Ende zeugen nur noch gelbe Markierungspfähle vom Leitungsverlauf." Die Flächen könnten anschließend wieder landwirtschaftlich genutzt werden.

Wingas investiert in die Erdgaspipeline mehr als eine Milliarde Euro. Die Transportkapazität durch die 1,40 Meter dicken Rohre beträgt mehr als 30 Milliarden Kubikmeter pro Jahr.