Stromtrassen

Landkreise fordern SuedLink-Prüfung

Die geplante SuedLink-Trasse erfährt wieder neuen Gegenwind. Gleich 17 Landkreise fordern eine Prüfung aller Korridore. Der Präsident der Bundesnetzagentur kündigte bereits jetzt Überarbeitungsbedarf bei den von Netzbetreiber Tennet eingereichten Unterlagen ein.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Hameln (dpa/red) - 17 Landkreise aus Niedersachsen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bayern fordern eine neue Planung der umstrittenen Stromtrasse SuedLink. Die rund 800 Kilometer lange Trasse soll Strom aus Windenergie nach Süddeutschland bringen, wenn dort 2022 die letzten Atomkraftwerke vom Netz gehen.

Stromtrasse soll komplett geprüft werden

Es müssten alle denkbaren Korridore und nicht nur der Vorschlag des Betreibers Tennet geprüft werden, verlangten die Kommunen in einer am Freitagabend in Hameln veröffentlichten Erklärung. Maßgeblich für die Wahl der Trasse dürfe nicht die Wirtschaftlichkeitsberechnung des Unternehmens sein. Die Wahl des besten Korridors müsse transparent und nachvollziehbar sein, fordern die Landkreise. Die Belastung sei besonders durch Erdverkabelung möglichst gering zu halten.

Viele Anwohner und Kommunen befürchten, dass sich die Leitung mit ihren bis zu 70 Meter hohen Strommasten negativ auf die Lebensqualität und den Tourismus auswirkt.

Netzagentur-Präsident sieht Überarbeitungsbedarf

Tennet hatte am Mittag seine Antragsunterlagen für SuedLink bei der Bundesnetzagentur eingereicht. Für eine detaillierte Bewertung sei es noch zu früh, erklärte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann. Er sehe aber bereits jetzt Überarbeitungsbedarf.

Die Erklärung wurde von den Kreisen Hameln-Pyrmont, Holzminden, Nienburg, Celle, Hildesheim, Rotenburg und Schaumburg sowie der Region Hannover (alle Niedersachsen), den Kreisen Lippe und Höxter (Nordrhein-Westfalen) sowie Kassel, Hersfeld-Rotenburg, Fulda, Main-Kinzig und Schwalm-Eder (Hessen) sowie Schweinfurt und Bad Kissingen aus Bayern unterzeichnet.

Quelle: DPA