Umdenken

Landkreis will Verantwortung bei Atomunfall abgeben

Fukushima und die Folgen: Im Fall eines schweren Unfalls im Atomkraftwerk Grohnde will der niedersächsische Landkreis Hameln-Pyrmont nicht länger für das Katastrophen-Management zuständig sein. Eine solche Katastrophe übersteige die eigenen logistischen Möglichkeiten bei weitem.

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Hameln (dapd/red) - Landrat Rüdiger Butte (SPD) regt in einem am Mittwoch von der "Deister- und Weserzeitung" auszugsweise veröffentlichten Brief an Landesinnenminister Uwe Schünemann (CDU) eine Änderung der Führungsverantwortung an. Nach dem geltenden Katastrophenplan für Grohnde leitet der Landrat bei einem Reaktorunfall den Krisenstab.

Die Katastrophe von Fukushima zeige, dass solche Großschadenlagen "nicht nur den eigenen Zuständigkeitsbereich, sondern auch die logistischen Möglichkeiten einer kommunalen Gebietskörperschaft wie dem Landkreis Hameln-Pyrmont" übersteige, heißt es in dem Schreiben.

Nach Auffassung des Landrates "erfordert ein derartiger Fall Maßnahmen, die die Übernahme einer zentralen Führung auf Landes- oder sogar Bundesebene bedingen". Butte hofft, dass sein Vorstoß bei der nächsten Innenministerkonferenz behandelt wird.