Treffen in Erfurt

Landeswirtschaftsminister wollen Stromwettbewerb intensivieren

"Der Wettbewerb auf dem Strommarkt muss endlich beim Verbraucher ankommen - und zwar in Form von sinkenden Preisen." So begründete Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) einen Antrag des Freistaates heute auf der Wirtschaftsministerkonferenz der Länder, die noch bis morgen in Erfurt stattfindet.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Erfurt (red) - Insbesondere gehe es dabei um die Offenlegung aller marktrelevanten Informationen im Stromhandel, führt Jurk aus. Die Transparenz bei der Erzeugung von Strom, seiner Durchleitung durch die Netze (Last) sowie den grenzüberschreitenden Transport (Grenzkuppelstellen) sei wichtig, um den Markteintritt möglicher neuer Anbieter zu erleichtern. Bisher hätten große Energieversorger einen Informationsvorsprung, der einen echten Wettbewerb erschwere.

"Eine Offenlegung liegt auch im Interesse der Stromwirtschaft, die in letzter Zeit den Eindruck erweckte, es gehe ihr einzig und allein um Gewinne", so Jurk weiter. Der Großhandelspreis mache etwa ein Drittel des Preises aus, den der Endverbraucher für Strom zahlen muss. Hinzu kämen noch die Kosten für die Nutzung des Stromnetzes sowie Steuern und Abgaben. Die Großhandelspreise sind zuletzt deutlich gefallen, Hauptursache dafür ist der Preiseinbruch bei Kohlendioxid-Emissionszertifikaten an den Börsen. Diese Preissenkung wurde bisher nicht an die Kunden weitergegeben.

"Mit gemeinsamen Schritten können wir für die Verbraucher etwas erreichen", ist sich Sachsens Wirtschaftsminister sicher. Schließlich litten Verbraucher und Wirtschaft in allen Bundesländern unter den hohen Strompreisen. Auf der Amtschefkonferenz, die der Wirtschaftskonferenz stets vorausgeht, wurde der Antrag von allen Ländern angenommen.