In Baden-Württemberg

Landesumweltministerium rätselt über Entlassung von AKW-Mitarbeiter

In Neckarwestheim hatte es Gerüchte gegeben, Grund für den Rückzug des Anlagenleiters seien Meinungsverschiedenheiten über Einschnitte und Sparmaßnahmen im Unternehmen gewesen, die auch Fragen der Kraftwerkssicherheit berührt hätten. Betreiber EnBW dementierte das in einer offiziellen Stellungnahme.

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Stuttgart (ddp-bwb/sm) - Das baden-württembergische Umweltministerium rätselt nach wie vor über den Grund der überraschenden Entlassung eines Anlagenleiters im Atomkraftwerk Neckarwestheim. "Was uns das Unternehmen dazu mitgeteilt hat, haben wir veröffentlicht", sagte dazu ein Unternehmenssprecher am Freitag auf ddp-Anfrage.

Der Energiekonzern EnBW, der das Kraftwerk betreibt, hatte auf Anfrage des Ministeriums erklärt, man habe sich von dem Leiter des Blocks II nicht wegen unterschiedlicher Auffassungen über einen sicheren Anlagenbetrieb und nicht wegen Konsequenzen des Konzern-Sparprogramms "Top fit 2006" getrennt. Das Ministerium hatte darauf entschieden, dass zur Klärung der Sache weitere Gespräche mit EnBW nötig seien.

"Die Befragungen dauern an", sagte der Sprecher, ohne Details der Gespräche mitzuteilen. Wann sie abgeschlossen sein werden, konnte er noch nicht sagen.

In Neckarwestheim hatte es Gerüchte gegeben, Grund für den Rückzug des Anlagenleiters seien Meinungsverschiedenheiten über Einschnitte und Sparmaßnahmen im Unternehmen gewesen, die auch Fragen der Kraftwerkssicherheit berührt hätten. Der Betriebsratsvorsitzende von Neckarwestheim wurde mit der Aussage zitiert, hinter dem Ausscheiden steckten "Meinungsverschiedenheiten über Managementfragen".