Landesinitiative Zukunftsenergien NRW: Positive Bilanz

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com
In der engen Vernetzung klassischer und innovativer Energietechnologien auf dem Weg Nordrhein-Westfalens zum Solar- und Energieland Nr. 1 sieht Geschäftsführer Dr. Frank-Michael Baumann einen der wichtigsten Erfolge der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW. Diese Kooperation beinhalte große Chancen für die Zukunft des Landes und für neue Arbeitsplätze. Dr. Baumann führte aus: "Die Landesinitiative Zukunftsenergien fördert das innovative Potential der Menschen in den Labors und bei den Firmen in NRW speziell im Bereich der zukunftsfähigen Energien. Für die Entwicklung und Markteinführung neuer Energietechnologien hat die Landesregierung NRW in den vergangenen elf Jahren mehr als 760 Millionen Mark für etwa 41.000 Förderprojekte aufgewendet. Diese Landesförderung zog weitere Investitionen von rund vier Milliarden Mark nach sich. Neben der Solartechnologie, Wind- und Wasserenergiegewinnung fördern wir auch die Modernisierung von Kohlekraftwerken - rote und schwarze Energie für ein zukunftsfähiges NRW direkt im Herzen Europas."



Ein herausragendes Beispiel für die erfolgreiche Netzwerkarbeit der Landesinitiative ist der Bau der weltgrößten Solarfabrik in Gelsenkirchen. Die Solarzellenfabrik, ein gemeinsames Projekt der Deutschen Shell AG und der Pilkington Solar International, wurde am 16. November von NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement eröffnet. Sie ist Kern eines Konzeptes, das Gelsenkirchen zur Solarhauptstadt Europas machen soll und Gesamtinvestitionen von etwa 150 Millionen Mark umfasst. Im Ruhrgebiet entstehen dadurch insgesamt 700 neue zukunftsfähige Arbeitsplätze. Ziel der Förderung ist die Erprobung und Entwicklung effizienterer Technologien und Anlagen zur Herstellung von Photovoltaikelementen. Damit soll die kostenbedingt schwierige Wettbewerbssituation der solaren Stromerzeugung gegenüber herkömmlichen Energieangeboten verbessert werden. In dieses Leitprojekt der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW fließen auch Entwicklungen aus der Forschungsarbeit der Bayer AG im Bereich der Siliziumfertigung ein. Darüber hinaus hat das Freiburger Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) auf dem Gelände der Solarfabrik eine Außenstelle errichtet. Durch diese Kooperation sollen die Herstellungsverfahren und der Wirkungsgrad der Solarzellen optimiert werden.


Der Solar-Campus in Jülich beweist, dass der Wissenstransfer unmittelbare Vorteile bringt. Die studentische Wohnanlage dokumentiert die praktische Umsetzung der zukunftsweisenden Niedrigenergie-Bauweise und Solararchitektur. Durch das Projekt erfahren Studenten vor Ort die Vorteile der aktiven und passiven Nutzung der Solarenergie. Der Einsatz moderner Heizungs- und Klimatechniken bei dem Bauprojekt wird auch für die wissenschaftliche Ausbildung genutzt.


Neben der Photovoltaik und der Solar-Architektur hat auch die Zusammenarbeit zwischen Herstellern von Windenergieanlagen und Wissenschaftlern vorzeigbare Synergieeffekte ergeben. Das größte Windtestfeld im Binnenland wurde im Februar 1999 in Grevenbroich eingeweiht. Auf der Frimmersdofer Höhe werden bis zu acht Windenergieanlagen aufgestellt und erprobt. Von den Ergebnissen der Testanlage profitieren sowohl die Hersteller und Nutzer der Anlagen als auch die benachbarten Hochschulen Aachen, Jülich, Köln und Wuppertal. Ein erfolgreich verlaufendes Projekt, mit der Unterstützung des Landes NRW, ist die Messung des Windes mit Schallwellen, um den Einsatz von Windmessmasten überflüssig zu machen.


Auch die Brennstoffzellentechnologie wird zwischen Rhein und Ruhr weiterentwickelt. Im Rahmen der Landesinitiative Zukunftsenergien wird im Frühjahr 2000 in NRW das erste deutsche Kompetenznetzwerk Brennstoffzellen entstehen. Am 10. November wurde der erste deutsche Brennstoffzellen-Linienbus, ein weiteres Leitprojekt der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW, bei der Firma Industrietechnik Höbing & Reil in Marl vorgestellt. Das Antriebssystem und das Konzept des Luft- und Wasserkreislaufes des Busses stammen von IHR und vom Institut für Technische Thermodynamik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Stuttgart.


Optimistisch bewertet Dr. Baumann die zukünftige Entwicklung: "Ein wichtiger Baustein für den Technologietransfer wurde beim 3. Fachkongress Zukunftsenergien gelegt. Die AG Solar NRW, der 1991 gegründete Forschungs- und Technologieverbund, beteiligt sich aktiv an der Landesinitiative Zukunftsenergien. Diese Kooperation verstärkt die Förderung der Forschung, Erprobung und Nutzung sowie den Ausbau der Exportchancen zukunftsfähiger Energietechnologien aus NRW."