Bei Greifswald

Land unterliegt im Rechtsstreit um atomares Zwischenlager Nord

Radioaktive Abfälle und Reststoffe aus westdeutschen Kernkraftwerken dürfen künftig zur Bearbeitung und Konditionierung bis zu zehn Jahre im atomaren Zwischenlager Nord (ZLN) in Lubmin bei Greifswald deponiert werden. Das Verwaltungsgericht Greifswald gab heute einem Antrag des Betreibers EWN statt.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Greifswald/Lubmin (ddp-nrd/sm) - Zugleich verpflichteten die Richter das Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern dazu, die von der Energiewerke Nord GmbH (EWN) beantragte Genehmigung zur erweiterten Zwischenlagerung externer radioaktiver Stoffe in Lubmin zu erteilen. Damit können in dem 1998 in Betrieb gegangenen Lagerkomplex künftig bis zu 15 000 Tonnen radioaktive Stoffe jeweils fünf Jahre lang vor und nach ihrer Behandlung gelagert werden. Bislang hatte das Land nur einen Pufferungszeitraum von insgesamt zwei Jahren für bis zu 6700 Tonnen genehmigt.

Nach Angaben der EWN könnten die insgesamt 235 Millionen teuren Anlagen des ZLN mit der zusätzlichen Bearbeitung fremder KKW-Reststoffe besser ausgelastet und effektiver betrieben werden. In dem Rechtsstreit hatte die bundeseigene Gesellschaft argumentiert, das Land verweigere die Genehmigung aus politischen Gründen. Gegen das Urteil kann das Land Berufung beim Oberverwaltungsgericht einreichen.