Extremwetter

"Land unter" - Wo ist der Ausweg?

Immer mehr Experten befürchten: Der Klimawandel steht nicht erst bevor, er ist längst im Gange. Schon 1998 gründeten Kommunen aus der Region Hannover und die Stadtwerke Hannover AG eine Klimaschutz-Stiftung namens "proKlima". Regionale Kampagnen, so "ProKlima"-Leiter Görg, seien derzeit am effektivsten.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Von Marne in Schleswig-Holstein bis zum Chiemsee in Bayern - deutsche Gemeinden melden "Land unter". Nicht besser sieht es bei unseren europäischen Nachbarn aus. "Der Klimawandel steht uns nicht erst bevor, sondern wir sind bereits mitten drin", ist sich "proKlima"-Leiter Manfred Görg sicher. Mit dieser Meinung steht er nicht allein: Die meisten Klimaforscher, Meteorologen und Rückversicherer sind sich darin einig, dass die seit den neunziger Jahren zu beobachtende Zunahme von extremen Wetterereignissen wie Stürmen, Überschwemmungen und Dürren erste sichtbare Auswirkungen des weltweiten Temperaturanstiegs sind.

Klimaschutzfond Hannover als Vorbild

Während manche Regierungen sich diesen Fakten noch nicht stellen wollen und die erwarteten Ansprachen beim Welt-Klimagipfel in Johannesburg keinen weiteren Fortschritt beim weltweiten Klimaschutz bringen werden, sieht Görg den Ansatz für Verbesserungen in regionalen Initiativen. "Wir dürfen die Entwicklung nicht ignorieren, es gibt aber auch keinen Grund zum Resignieren - vielmehr ist es höchste Zeit, das Handeln zu intensivieren", fasst er die Situation zusammen.

"proKlima" - der Klimaschutz-Fonds von enercity

Hierfür steht "proKlima", der enercity Klimaschutz-Fonds. Denn er zeigt, wie Klimaschutz auf regionaler Ebene funktioniert und zu messbaren Ergebnissen kommen kann. Basis für den Erfolg ist eine besondere Konstellation: Als Private-Public-Partnership haben Kommunen aus der Region Hannover und die Stadtwerke Hannover AG eine Klimaschutz-Stiftung gegründet. Derzeitiges jährliches Fördervolumen: 5 Millionen Euro; seit 1998 rund 6000 geförderte Vorhaben in der Region. Der Fonds setzt dabei einerseits auf besonders effiziente Breitenförderprogramme und andererseits auf innovative Einzelmaßnahmen. Fachleuten vom Freiburger Ökoinstitut oder dem Wuppertal-Institut hoben "proKlima" als "beispielhaft" hervor. Selbst international fiel der Fonds auf: Als einziges deutschen Projekt bekam er im Sommer dieses Jahres den "Botschafter-Status" von der Jury des "Stockholm Partnership for Sustainable Cities" Award" verliehen.

"Wir zeigen in Hannover, wie auch in Zeiten des Wettbewerbs auf den Energiemärkten und knapper öffentlicher Kassen regionaler Klimaschutz wirkungsvoll erfolgen kann", betont Görg. Und die Bevölkerung erlebe zugleich, das Klimaschutz nicht nur Verzicht und höhere Kosten bedeute, sondern auch für Komfort und Geld einsparen stehe. Aus seiner Sicht sind regionale Kampagnen derzeit am ehesten in der Lage, den Ursachen des Klimawandels entgegen zu wirken und so langfristig die Klimaveränderung langfristig zu verlangsamen oder gar zu stoppen. "s müssen sich nur genügend Regionen finden, die mit kreativen Ideen vorangehen und handeln".