Neubau

Land einigt sich mit Betreiber über Kohlekraftwerk Brunsbüttel

Die Planungen für den Bau eines neuen Kohlekraftwerks durch den belgischen Energiekonzern Electrabel in Brunsbüttel schreiten voran. Gestern trafen sich Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) und der Deutschland-Chef von Electrabel, Erik von Scholz, zu Gesprächen in Kiel.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Kiel/Brunsbüttel (ddp-nrd/sm) - Mit der Unternehmensspitze sei über alle wesentlichen Fragen Einigkeit erzielt worden, sagte Austermann im Anschluss an das Treffen. Die Investitionsentscheidung für Brunsbüttel werde voraussichtlich Anfang 2007 fallen.

Nach Angaben Austermanns könnte bereits 2008 mit dem Bau des rund 800 Millionen Euro teuren Kraftwerks begonnen werden. Das Kraftwerk mit einer geplanten Leistung von 800 Megawatt könnte bereits 2010 ans Netz gehen.

"Unter den von uns ins Auge gefassten Standorten Brunsbüttel, Wilhelmshaven und Stade ist Brunsbüttel derzeit die Nummer Eins", sagte Scholz. Sein Unternehmen habe sich bereits Anfang dieses Jahres einen geeigneten Standort auf dem Bayer-Gelände gesichert. Im Anschluss an den Bau des Kraftwerks in Brunsbüttel seien auch Neubauten in Wilhelmshaven und Stade geplant.

Durch den Kraftwerks-Bau sollen in Brunsbüttel direkt 110 Arbeitsplätze und weitere mehrere hundert an der Westküste entstehen. Electrabel will ihren europäischen Stromerzeugungspark eigenen Angaben zufolge bis 2009 von derzeit 29 000 Megawatt auf 35.000 Megawatt ausbauen. Dazu prüft die Gruppe derzeit in ganz Europa neue Kraftwerksstandorte.

Die in Brüssel ansässige Electrabel ist eigenen Angaben zufolge eines der führenden europäischen Unternehmen im Energiesektor und Marktführer in den Benelux-Staaten. Das Unternehmen kooperiert in Deutschland bereits mit verschiedenen Stadtwerken.