"Monopolpreise und Abzockerei"

Lafontaine fordert Verstaatlichung des Stromsektors

Linkspartei-Chef Oskar Lafontaine hat eine weitgehende Verstaatlichung oder Wiederverstaatlichung von Konzernen gefordert. "Dass Post und Telekom in öffentlichem Besitz waren, hat sich über viele Jahre bewährt. Auch die Bahn sollte in Staatsbesitz sein." Auch der Stromsektor solle verstaatlicht werden.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - "Die neoliberale Privatisierung der Energiewirtschaft führt zu Monopolpreisen und zu Abzockerei. Die Stromnetze gehören in die öffentliche Hand", sagte Lafontaine der Tageszeitung "Die Welt". Zunächst sei es wichtig, dass Städte und Gemeinden keine weiteren Anteile ihrer Stadtwerke an private Unternehmen veräußern. Darüber hinaus müssten die Strompreise wieder wie bisher staatlich genehmigt werden. Zu der Frage, wie bei der Verstaatlichung des Stromriesen E.ON mit einem Wert von 80 Milliarden Euro die Aktionäre enteignet oder entschädigt werden sollen, sagte Lafontaine: "Die Veränderung der Eigentumsstrukturen kann nur schrittweise erfolgen."