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StudieLängere Laufzeiten von Atomkraftwerken oder zusätzliche Kohlekraftwerke sind nach einer neuen Untersuchung nicht mit dem vorgesehenen Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland vereinbar. Dabei handele es sich um einen de facto unauflösbaren Systemkonflikt, der sich weiter zuspitzen werde.
Berlin (afp/red) - Darauf wiesen die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) am Montag in Berlin hin. Sie stützten sich dabei auf eine Studie des Kasseler Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES). Diese untersucht Auswirkungen des zunehmenden Anteils der variablen Einspeisung von Regenerativstrom auf den verbleibenden fossilen und nuklearen Kraftwerkspark.
"Der klassische Grundlastbereich für konventionelle Kraftwerke löst sich auf", erklärte dazu der IWES-Experte Michael Sterner. "Was wir in Zukunft benötigen, sind flexible Kraftwerke für die Mittel- und Spitzenlast, die schnell an- und abgefahren werden können." Atomkraftwerke gelten jedoch als klassische Grundlastkraftwerke, da zum Beispiel das Wiederanfahren eines abgeschalteten Akw sehr aufwändig ist.
Auch neue Kohlekraftwerke könnten der Studie zufolge bei abnehmendem Grundlastbedarf nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden. Den IWES-Experten zufolge ist bereits im Jahr 2020 damit zu rechnen, dass erneuerbare Energien zu Spitzenzeiten jeweils für einige Stunden den gesamten Strombedarf Deutschlands allein abdecken. Eine ergänzende Grundlastversorgung wäre dann nicht mehr nötig.
Je weiter der Ausbau erneuerbarer Energien voranschreite, "um so mehr wird sich der Systemkonflikt zwischen variabler Einspeisung von Wind- und Solarstrom und inflexiblen Großkraftwerken zuspitzen", warnte DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake. Er forderte die Bundesregierung auf, dies in ihrem neuen nationalen Energiekonzept zu berücksichtigen, das im Herbst vorgelegt werden soll. Laufzeitverlängerungen für Akw und neue Kohlekraftwerke lehnte er dagegen als "rückwärtsgewandt" ab.
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