Strom-News
60 Milliarden Euro EntlastungEine Laufzeitverlängerung der 17 deutschen Atomkraftwerke auf 60 Jahre könnte die Stromrechnung der privaten Verbraucher bis zum Jahr 2030 um rund 60 Milliarden Euro entlasten, wie eine aktuelle Studie zeigt. Kritiker erinnern jedoch daran, wie viel Geld die Steuerzahler für das marode Atommülllager Asse aufbringen muss.
Berlin (ddp/red) - Der Untersuchung zufolge würden die Großhandelspreise für Elektrizität bis 2030 auf fast 90 Euro pro Megawattstunde steigen, wenn es beim Atomausstieg bleibt. Dies berichtete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf eine Studie der Forschungsinstitute R2B und EEFA, die vom BDI in Auftrag gegeben wurde.
Wird die Laufzeit der Reaktoren von der neuen Bundesregierung jedoch auf 60 Jahre verlängert, bleiben die Preise dauerhaft gut 25 Prozent günstiger bei rund 70 Euro. 2030 fiele demnach die Stromrechnung für einen durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt im Vergleich zum Festhalten am Atomausstieg um etwa 144 Euro geringer aus.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bezeichnete die Studie als "durchsichtig und interessengeleitet". Vor dem Hintergrund der zusätzlichen Milliardenbelastungen durch das marode Atommülllager Asse sei es eine "besondere Unverfrorenheit, der Öffentlichkeit einreden zu wollen, Atomstrom sei billig", sagte BUND-Chef Hubert Weiger. Der BUND warnte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) davor, auf die "Taschenspielertricks" hereinzufallen.
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Bundeswirtschaftsminister Brüderle stellt im Falle von längeren Laufzeiten für Atomkraftwerke Bedingungen. Die Bundesregierung wolle "mindestens die Hälfte der zusätzlichen Gewinne, die die Unternehmen aufgrund der Laufzeitverlängerung erzielen", abschöpfen, sagte er dem Handelsblatt.
Neue Gas- und Stromanbieter geben Preissenkungen stärker an ihre Kunden weiter als die alteingesessenen Energieversorger, wie eine Studie des unabhängigen Vergleichportals Verivox hervorgeht. Sowohl Strompreise als auch Gaspreise sind bei neuen Anbietern günstiger.
Umweltminister Röttgen hat erste Gespräche mit den Atomkonzernen zur Verlängerung der Atomlaufzeiten geführt. Erste Gespräche hätten "Anfang Januar begonnen", sagte Röttgens Sprecherin der "Financial Times Deutschland". Bayerns Umweltminsiter Söder fordert, dass die Länder an den Gewinnen der AKW-Betreiber beteiligt werden.
Merkel hat sich um Streit um die Rücknahme des Atomausstiegs auf die Seite der Energiewirtschaft gestellt. "Wir werden die Verlängerung der Laufzeiten umsetzen", sagte sie dem "Handelsblatt". Dies sei "Teil des geplanten energiepolitischen Gesamtkonzepts, das ja von der deutschen Industrie auch immer wieder angemahnt worden ist".
Der Strompreis ist im vergangenen Jahr für Großhändler rapide gesunken, wie aus aktuellen Zahlen der Leipziger Energiebörse EEX hervorgeht. Bei den Stromkunden kamen die niedrigen Strompreise jedoch nicht an, denn Sie mussten im Durchschnitt mehr zahlen als im Vorjahr. Strompreise vergleichen
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