Unfallszenario

Länder trainieren Katastrophenschutz bei KKW-Unfall

800 Kräfte aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern werden morgen am Kernkraftwerk Krümmel den Katastrophenschutz im Falle eines Atomunglücks üben. Sie wollen die Organisation ihrer Messdienste und die Planungen zum Aufbau von Notfallstationen testen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Krümmel (ddp-nrd/sm) - Vier norddeutsche Bundesländer trainieren am Samstag den gemeinsamen Katastrophenschutz für den Fall eines Unglücks in einem Kernkraftwerk. Durch diese Übung unter Federführung des Bundeslandes Schleswig-Holstein sollen am Beispiel eines Unfallszenarios im Kernkraftwerk Krümmel das Vorgehen in so einer Situation, die Organisation der Messdienste und die Planungen zum Aufbau von Notfallstationen überprüft werden.

Aus Mecklenburg-Vorpommern nehmen das Umweltministerium, der Landkreis Ludwigslust sowie das Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz mit etwa 25 Mitarbeitern teil. Insgesamt sind rund 800 Personen in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen beteiligt.

Während der Übung kommen Spür- und Messtrupps der Behörden und der norddeutschen Kernkraftwerke im Umkreis von 25 Kilometern um das KKW Krümmel zum Einsatz. Es werden zwei Notfallstationen in Stade und Hamburg-Wandsbek probeweise eingerichtet, die im Ernstfall der ersten Versorgung der Bevölkerung dienen sollen. Eine gemeinsame Messzentrale in Kiel ist für die radiologische Lageeinschätzung und Empfehlungen zum Schutz der Bevölkerung verantwortlich. Außerdem versorgt sie die Notfallstationen mit Daten über die radiologische Belastung ihres Einzugsgebietes.

Das Kernkraftwerk Krümmel befindet sich östlich von Geesthacht an der Elbe. Der Siedewasserreaktor ging 1984 in Betrieb. Das Kraftwerk liefert etwa 30 Prozent des in Schleswig-Holstein erzeugten Stroms.