Statement

Kurth: Stromnetz nicht für Ökostrom-Ausbau gerüstet

Das deutsche Stromnetz ist nach Angaben des Chefs der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, nicht einmal ansatzweise für den geplanten Ökostrom Ausbau gerüstet. Insbesondere um die in Nord- und Ostsee erzeugte Windkraft in den Rest des Landes zu transportieren, seien jede Menge neue Leitungen notwendig.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Passau (dapd/red) - Bereits die viel bescheideneren Ziele an Ökostrom aus der Vergangenheit machten den Bau von über 800 Kilometer Leitungen notwendig. "Davon sind bisher erst 80 Kilometer gebaut", sagte Kurth der "Passauer Neuen Presse" (Montagsausgabe).

Die wichtigen Pilottrassen für die Nord-Süd- und die Ost-West-Verbindung seien noch nicht einmal soweit, dass es Planfeststellungsbeschlüsse gebe. Um die aktuellen Ziele der Bundesregierung zu erreichen, würden zu den 800 Kilometern weitere zirka 3.600 Kilometer bis 2020 benötigt, sagte Kurth.

Die Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee würden einen erheblichen Ausbaubedarf mit sich bringen, damit der Ökostrom auch bundesweit zu den Verbrauchern kommt. Man werde dem Bürger durch viel Überzeugungsarbeit klarmachen müssen, dass ein Ausbau der erneuerbaren Energien ohne Stromnetzausbau nicht zu haben sei. "Wir benötigen neue Trassen. Der Strom aus Nord- und Ostsee kann nicht durch die Luft transportiert werden".