Beseitigung von Engpässen

Kurth: Importe sollen Strompreis drücken

Der künftige Chef der demnächst auch für den Strommarkt zuständigen RegTP setzt auf verstärkte Importe. "Durch die Beseitigung von Engpässen in den Leitungsnetzen an den Grenzen können wir den europäischen Handel von Gas und Strom fördern", sagte Matthias Kurth der "Financial Times Deutschland".

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Im Konflikt um steigende Preise für Strom und Gas setzt der künftige Chef der zuständigen Aufsichtsbehörde auf verstärkte Importe. "Durch die Beseitigung von Engpässen in den Leitungsnetzen an den Grenzen können wir den europäischen Handel von Gas und Strom fördern", sagte Matthias Kurth der "Financial Times Deutschland" (Mittwochausgabe). "So können wir zu einer objektiveren Preisbildung beitragen", führte er aus.

Kürzlich hatten die Energiekonzerne E.ON, Vattenfall, Ruhrgas und RWE Preiserhöhungen angekündigt. Beobachter sehen mit Sorge, dass die Kapazitäten der deutschen Kraftwerke ständig sinken und kaum neue Kraftwerke gebaut werden. "Eine Verknappungsstrategie könnte nur funktionieren, wenn man seinen Markt national abschottet", sagte Kurth.

Er kritisierte, dass Preiserhöhungen im Netzbereich durchgeboxt würden, ehe die Regulierungsbehörde ihre Arbeit beginnt. "Diese Erhöhungen werden wir überprüfen, wenn wir die Arbeit aufnehmen. Als Vergleichsmaßstab könnte man beispielsweise die Preise zum 1. Juli dieses Jahres nehmen - also den Stand vor der Erhöhungswelle", schlug der Regulierer vor. Dies hänge aber vom Gesetzgeber ab.