Alternativen

Kurth hält Netzverkauf durch Energieversorger für nicht zwingend

Die Bundesnetzagentur hält eine völlige Loslösung der Versorgungsnetze von großen Energieversorgern für nicht zwingend erforderlich. BNetzA-Präsident Matthias Kurth sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", zu einem Verkauf der Netze gebe es aus Sicht von Energieverbrauchern gleichwertige Alternativen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Osnabrück (ddp/sm) - Dazu zähle der Vorschlag von Deutschland und sieben anderen EU-Staaten für den EU-Energieministerrat, Netzgesellschaften unter dem Konzerndach großer Energieversorger zu belassen, ihnen aber ein "vollkommen unabhängiges" Management mit unabhängiger Investitionsplanung zu geben. Außerdem sollten die Regulierungsbehörden Lenkungsmöglichkeiten bekommen.

Diese und andere Maßnahmen könnten eine ähnlich positive Wirkung für den Wettbewerb entfalten wie ein möglicher Netzverkauf, sagte Kurth. Die Bereitschaft der Energiekonzerne E.ON und RWE, ihr Strom- beziehungsweise Gasnetz zu verkaufen, sei nicht ganz so freiwillig, wie das jetzt möglicherweise erscheine. Die Trennungsabsichten der Unternehmen seien auf Druck der EU-Kommission zustande gekommen, und das in einer Situation, in der man sie mit empfindlichen Geldbußen bedroht habe. Faktisch bedeuteten diese Verkaufspläne «eine gewisse Belastung» für die deutsche Verhandlungsposition beim EU-Ministertreffen.