Optimistisch

Kurth: Gaskunden können auf niedrigere Preise hoffen

Gaskunden können nach Angaben der Bundesnetzagentur auf niedrigere Preise hoffen. Noch in diesem Jahr solle die freie Wahl des Gasanbieters in ganz Deutschland möglich sein. Das werde auch die Preise weiter unter Druck setzen, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - "Wir sollten im Jahr 2007 deutlich über die ersten alternativen Gasangebote für Privatkunden hinauskommen und einen flächendeckenden Wettbewerb im deutschen Gasmarkt schaffen", erläuterte Kurth. Dann würden sich Unterschiede bei den Gaspreisen, die nicht auf wirklichen Kosten beruhen, ausgleichen. Ein Anbieter mit regional bedingt hohen Kosten - beispielsweise wegen ungünstiger Topografie für Gasleitungen - werde allerdings trotzdem keinen deutlich niedrigeren Preis kalkulieren können.

Das Bundeskartellamt hatte in der vergangenen Woche einen bundesweiten Gaspreisvergleich im Internet veröffentlicht, in dem zum Stichtag Mitte November drastische Preisdifferenzen festgestellt wurden. So sind die Preise in Süddeutschland, vor allem in Bayern, tendenziell höher. Die Veröffentlichung hatte zu heftiger Kritik von Verbraucherschützern und Politikern an der Preispolitik der Energieversorger geführt.

Bislang können nur die Verbraucher in wenigen Städten, etwa in Berlin und Bonn, zu alternativen Gasanbietern wechseln. In den übrigen Regionen war es für neue Anbieter bislang wegen der hohen Durchleitungsgebühren nicht attraktiv, um Kunden zu werben. Chefregulierer Kurth verwies darauf, dass sich die Bedingungen für neue Gasanbieter durch die Einführung eines neuen Vertragsmodells jüngst allerdings deutlich verbessert hätten.

Die nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) kündigte am Sonntag in Düsseldorf an, dass die Landeskartellbehörde in ihrem Ministerium die Gaspreisübersicht des Bundeskartellamtes "sehr sorgfältig auswerten" werde. Sobald es Anhaltspunkte für eine missbräuchliche Preisgestaltung gebe, werde das Ministerium un­verzüglich entsprechende Verfahren einleiten.

Einige kleinere Anbieter haben ihre Preise schon zum Jahreswechsel gesenkt. So habe die Niederrheinische Versorgung und Verkehr AG in Mönchengladbach ihre Tarife um 3,9 Prozent reduziert, berichtete das Nachrichtenmagazin "Focus". SpreeGas habe die Tarife für einige Städte in Sachsen um 2,85 Prozent verringert.

Von Hartmut Wagner